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Thema: Radikalisierung und Terror [Updated]

The Baader Meinhof Complex

The Baader Meinhof Complex (Photo credit: Wikipedia)

Kürzlich hat sich das deutsche Fernsehen in einer Doku-Drama-Trilogie mit dem NSU-Terror beschäftigt. Die viel besprochene Reihe „Mitten in Deutschland: NSU“ (Das Erste), die sich im ersten Teil mit den Tätern, im 2. mit den Opfern und im 3. mit den Ermittlern beschäftigt, ist nicht die erste Produktion, die sich rechtsextremer Umtriebe in Deutschland annimmt, nennen könnte man hier etwa auch „Die Kriegerin“ oder „Wir sind jung. Wir sind stark“.

Ausführlicher hat sich der deutsche Fernseh- oder Kinofilm jedoch mit dem linksextremen Terror des vergangenen Millenniums auseinandergesetzt. Eine ganze Reihe von Werken zum Thema entstanden zwischen 2000 und 2011 („Black Box BRD“, „Bader“, „Der Baader Meinhof Komplex“ u.v.m.). In einer Dekade also, an deren Anfang 9/11 stand und die in den folgenden Jahren viel mehr durch den „Krieg gegen den Terror“ als durch terroristische Anschläge gekennzeichnet ist. Dass Letztere seit 2012 wieder zunehmen, spiegelt sich nicht nur in der Medienberichterstattung wider, sondern ist auch durch eine Grafik der Global Terrorism Database belegt.

Inwieweit sich die derzeitige rechtsextreme Radikalisierung oder der islamistische Terror mit Erkenntnissen aus filmischen Werken über den Linksextremismus (etwa durch Filme über die RAF oder die Roten Brigaden) oder über die Fiktionalisierung von nationalistischem Terror (Eta-Kino, Filme über die IRA) verstehen lassen, muss an dieser Stelle offen gelassen werden. Eine Auseinandersetzung dürfte sich angesichts der Relevanz des Themas aber allemal lohnen.

Diese Relevanz wurde jedenfalls von den Autoren des Film- und Dramturgie-Blogs filmschreiben.de erkannt. Die Kollegen widmeten den Themen „Radikalisierung“ und „Integration“ zuletzt einen Schwerpunkt. Arno Stallmann, einer der Blog-Betreiber, hat bereits im Wendepunkt vom letzten Februar Drehbuchautorinnen und -autoren dazu aufgerufen, zum Thema „Radikalisierung und Integration“ zu „ermitteln und zu vermitteln“. In einem Gespräch auf filmschreiben.de nähern sich Arno Stallmann und der Diplom-Psychologe Niklas Gebele nun den Fragen an, wie Radikalisierung passiert und wie sie verhindert werden und unter welchen Vorzeichen Integration gelingen kann oder scheitern muss. Gebele, Betreiber des Blogs Charakter Neurosen, hat dem Themenschwerpunkt eine Kurzanalyse zur Radikalisierung von Anakin Skywalker aus „Star Wars“ beigesteuert, Stallman widmet sich in einer Analyse der gescheiterten Integration von Travis Bickle aus „Taxi Driver“ und Ron Kellermann beschäftigt sich am Beispiel des IS mit dem Storytelling extremistischer Bewegungen. Spannend!

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