Das Story-Potential von Tagebüchern und Liebesbriefen

Januar 26, 2012 by

Wie aus Liebesbriefen eine TV-Show wurde

Zuletzt ist es hier um das Story-Potential von Psychotherapie gegangen. Geht’s noch privater? Ja: mit Tagebüchern und Liebesbriefen. Vor 9 Jahren ist Autor und Producer David Nadelberg über einen peinlichen Liebesbrief aus seinen Jugendtagen gestoßen und das hat ihn auf die Idee gebracht, derlei Komisches unter die Leute zu bringen. Seitdem gibt es „Mortified“: zuerst auf der Bühne, dann im Web und demnächst auch im TV. Wie es auf der Bühne begann:

In Kooperation mit dem Sundance Channel brachten die Macher/innen das komische Format vor nicht allzu langer Zeit ins Web. In „The Mortified Sessions“ setzt sich Nadelberg mit bekannten Persönlichkeiten zusammen, die schriftliche Artefakte aus ihrer Kindheit und Jugend ausbreiten und verraten, was sie mit der Person zu tun haben, die aus ihnen geworden ist.

Nun soll „Mortified“ auch ins TV kommen. Wie es dazu kam und in welcher Form das sein wird, darüber sprach Producer David Nadelberg kürzlich mit Kim Masters in „The Business“ (ab Minute 18:50).

Scriptnotes Podcast Episode 20 Review

Januar 20, 2012 by

Im Scriptnotes Podcast 20 (Download) geben John August („Big Fish​“) und Craig Mazin​ („Hang Over 2″) ab Minute 6:40 vierzig Minuten lang detailliertesten Einblick in die Verfahren, nach denen US-amerikanische Drehbuchautor/inn/en zu ihren Drehbuch-Credits kommen. Die Vorgangsweise beginnt mit einer Aussendung der Produktionsstudios und kann beim Schiedsgericht der WGA enden. Obwohl die US-amerikanische Drehbuchbranche mit der deutschsprachigen kaum zu vergleichen ist, lohnt es sich, in das Gespräch hinein zu hören, weil darin grundsätzliche Fragen zur Arbeit von Drehbuchautor/inn/en abgehandelt werden.

Das Story-Potential von Psychotherapie

Januar 16, 2012 by

Psychotherapie und Lebensberatung in der Webserie

Dass Psychotherapie Story-Potential für fiktionale Formate haben soll, mag auf den ersten Blick fragwürdig erscheinen, aber immerhin verkörpert Gabriel Byrne in der Fernsehserie „The Treatment“ schon seit 2008 den Beweis, dass zwei Menschen und eine Couch genügen, um auf dem Wohnzimmerbildschirm Spannung zu erzeugen. Im Web haben nicht weniger populäre Schauspieler das puristische Konzept noch auf die Spitze getrieben: In „Web Therapy“ (3 – 15 Minuten pro Folge) z. B. gibt Lisa Kudrow („Friends“) die Therapeutin Fiona Wallice, die vom Schreibtisch aus via Webcam ihre Klienten therapiert – oder treffender: traktiert.  Das macht sie so amüsant und erfolgreich, dass es die Show seit 2011 auch als Fernsehserie (22 Minuten pro Folge) gibt. Im deutschsprachigen Internet sorgt der von Hanns Zischler gespielte Online-Therapeut Dr. Hanno Verbier für Aufsehen. Mit seiner Expositionsmaßnahme erklärt er das Web gar zum therapeutischen Hilfsmittel, dessen Anwendung er an seinem Klienten Gerd Sacher demonstriert:

Webtherapy auf österreichisch
Derlei puristische Fiction-Konzepte stehen den Machern der österreichischen Webserie „Fauner Consulting“ dagegen fern. Die Struktur dieser Serie ist weitaus komplexer, als die in den oben genannten Formaten, sie wartet sogar mit mehr Handlungssträngen auf, als die TV-Show „The Treatment“. Das liegt daran, dass die Veröffentlichung im Web für die Macher von „Fauner Consulting“ weniger Ideal-, denn Notlösung war, wie Regisseur Georg Weissgram in einem Interview im ray filmmagazin erklärt.

Fazit
Komplexität hin oder her: Auf dem zweiten Blick wird jedenfalls deutlich, dass sich Couchgespräche gar nicht so schlecht für Fictionformate eigen, immerhin geht es ans Eingemachte. Weil dabei aber nicht allzuviel zu sehen ist, macht es auch nichts, wenn sich das Ganze in einem Browserfenster abspielt.


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