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Stoff & Storytelling, Trend

The Black List 2012

Biopics, wahre Geschichten, Literaturadaptionen und Genre-Drehbücher

Es ist wieder die Zeit im Jahr, in der die Veröffentlichung der Black List – über die hier schon öfter geschrieben wurde – die Aufmerksamkeit auf aktuelle englischsprachige Drehbücher lenkt. Über die Entwicklung der 2011 gelisteten Drehbücher lässt sich noch nicht viel sagen, außer, dass wenig davon gesichert das Licht einer Leinwand erblicken wird. Dagegen lohnt sich eine Betrachtung der Liste aus dem Jahr 2010.

Black List 2010
Etwa ein Drittel der ca. 80 gelisteten Drehbücher wurden inzwischen produziert. Die zwei Listenführer (biografische Stoffe über Karl Rove und Jackie Kennedy) wurden noch nicht realisiert, auch wenn schon viel darüber spekuliert wurde, wer in ihre Rollen schlüpfen und wer im Regiesessel Platz nehmen könnte. Zwei andere auf tatsächlichen Ereignissen basierende Drehbücher wurden inzwischen schon mehrfach ausgezeichnet, und zwar der Finanzkrisen-Thriller „Margin Call“ (Platz 7 der Black List) und das Drama „Argo“ (Platz 9). Ihr Publikum gefunden haben auch der Actioner „Safe House“ (Platz 4) oder die Sci-Fi-Original-Story „Looper“ (Platz 30). Auf dem Weg sind weitere Genrestoffe, wie etwa der Sci-Fi-Actioner „All you need is kill“ (Platz 3) und das Horror-Mystery-Drama „Stoker“ (Platz 5). Damit hat die Hälfte der zehn Erstplatzierten die Premiere schon hinter sich. Die Chancen der anderen Hälfte auf eine Umsetzung dagegen sinkt. Auf den hinteren Rängen der 2010er-Liste waren es vor allem Komödien („Better Living Through Chemistry“, „Crazy, Stupid, Love“) und Literaturadaptionen („Gangster Squad“, „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“, „Hunger Games“), die realisiert wurden. Von den wenigen Original-Story-Dramen, die es überhaupt auf die Liste geschafft haben, wurde bislang nur „People Like Us“ umgesetzt.

Black List 2012
Mittlerweile spielen bei der Erstellung der Black List strategische Überlegungen möglicherweise in einem Ausmaß eine Rolle, das nicht ohne Auswirkungen auf die Qualität der Bücher geblieben sein mag, die Beachtung der 2012-Liste Liste im Hinblick auf Genre- und Stofftrends ist deswegen aber nicht weniger interessant. Unter den zehn bestgelisteten Drehbüchern befinden sich wieder mehrere „wahre Geschichten“, wie etwa die Entführung der Beaumont-Geschwister oder Biografisches über Hillary „Rodham“ Clinton und den Kinderbuchautor Dr. Seuss. Auf wahren Geschichten basieren auch einige Stoffe auf den hinteren Rängen, unter anderem die Story über den legendären österreichischen Fußballer Matthias Sindelar. Literaturadaptionen sind etwas weniger darunter als noch 2010, aber immerhin zwei unter den zehn Erstplatzierten, und zwar die Adaption der Sci-Fi-Kurzgeschichte „Story of Life“ von Ted Chiang und „Me and Earl and The Dying Girl“ von Jesse Andrews. Auch an Genre-Drehbüchern (Action, Thriller, Horror) fehlt es unter den am häufigsten genannten Drehbüchern nicht.

Related Article: The 2012 Black List: The Year’s Hottest Unproduced Screenplays

Update vom 30.04.2013: Das 2012 auf der Black List prominent platzierte Biopic „Rodham“ (Autor: Young Il Kim) über Hillary Clinton soll unter der Regie von James Ponsoldt, dessen Literaturadaption „The Spectacular Now“ beim Sundance Filmfestival 2013 einige Aufmerksamkeit bekommen hat, realisiert werden.

Diskussionen

5 Gedanken zu “The Black List 2012

  1. mit den stichwörtern IRAQ, TERROR, AFGHANISTAN landet man insgesamt nur einen treffer in der liste!

    Verfasst von greogr | Dezember 27, 2012, 7:08 am
  2. …und es gibt wieder 5 Filme, die den Zweiten Weltkrieg als Setting oder Storyimpuls nutzen… Dem eingängigen Konfliktpotential sei es wohl gedankt.

    THE PAPER MAN und JOJO RABBIT würden mich aufgrund des persönlichen Bezugs aber durchaus interessieren. Mal sehen, ob sie es in die nächste Runde, sprich irgendwann in die Produktion und in unsere Kinos schaffen.

    PS: @Angelika, netter Blog! Habe ich erfreulicherweise gerade über Twitter entdeckt😉

    Verfasst von Susan | Dezember 27, 2012, 5:13 pm

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