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Trend: Black and White

Trendsetter: Das weiße Band, The Artist
Schwarzweiß-Filme galten bis vor Kurzem als unverkäuflich. Dennoch waren zwei der am häufigsten ausgezeichneten europäischen Filme der letzten Jahre Schwarzweiß-Filme: „Das weiße Band“ und „The Artist“. Michael Haneke äußerte sich in mehreren Interviews darüber, warum er in „Das weiße Band“ auf Farben verzichtet hat. Der Film erzähle eine Geschichte aus einer Zeit, die wir in Schwarzweiß-Bildern kennen. Ein dramaturgisch wichtiger Punkt sei auch gewesen, dass das Schwarzweiß eine Entfremdung und eine Distanz schaffe.
Darüber, wie er Grautöne für die Dramaturgie des sozialen Abstiegs seines Protagonisten im Stummfilm „The Artist“ genutzt hat, sprach Regisseur Michel Hazanavicius in einem Interview mit dem Spiegel. Der Kassenerfolg von „The Artist“ – der Film hat weltweit ca. 133 Millionen $ eingespielt – dürfte einer der Gründe sein, warum zuletzt mehrere Schwarzweiß-Filme grünes Licht bekommen haben. Da wäre zum Beispiel das spanische Drama „Blancanieves“ (2012), die US-Produktion „Hotel Noir“ (2012) des Venezuelaners Sebastian Gutierrez oder etwa auch „Heleno“ (2011), die Biografie eines legendären brasilianischen Fußballers.

Der Hit: Oh Boy
Einer der derzeit am besten besprochensten und am wärmsten empfohlenen deutschen Filme ist „Oh Boy“ (Regie: Jan Ole Gerster). Darin spielt Tom Schilling einen Müßiggänger Ende 20, der durch Berlin treibt. Im Presseheft äußert sich Regisseur Gerster in Bezug auf das Schwarzweiß ebenfalls über Distanz, allerdings hat diese bei ihm eine ganz andere Bedeutung: das Schwarzweiß habe ihm geholfen, den Film zu abstrahieren und von seinem Leben auf Distanz zu halten. Es ermöglichte ihm außerdem einen neuen Blick auf seine Stadt.

Der Pionier: Béla Tarr
Dass Schwarzweiß-Filme als unverkäuflich galten, hat einen der interessanteren europäischen Filmemacher der Gegenwart dennoch nicht davon abgehalten seine Filme in schwarzweiß zu drehen. Béla Tarr, dessen letzter Film „A Torinói ló“ („The Turin Horse“) kürzlich im Blickle Kino zu sehen war, bevorzuge schwarzweiß, weil es weniger naturalistisch sei, er gebe nämlich nicht vor, die Wirklichkeit abzubilden. Wenn sich also eine (zugegeben oberflächliche) erste Gemeinsamkeit in den Aussagen dieser unterschiedlichen Filmemacher feststellen lässt, dann  die, dass Schwarzweiß geeignet ist, Künstlichkeit und Distanz herzustellen.

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Trend: Black and White

  1. von wegen künstlichkeit und distanz herstellen: ich finde, haneke schwindelt mit seiner aussage bzw. widerspricht sich, weil schwarz-weiß für einen film, der in dieser zeit spielt, ein authentifizierungssignal ist

    Verfasst von greogr | Dezember 27, 2012, 6:40 pm

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