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Serie: Der Tatortreiniger

Hier wurde schon auf die interaktive Webserie „Dirty Work“ hingewiesen, in der es um drei junge Tatortreiniger geht, die ihre Arbeit in Los Angeles verrichten. Leider steht die Webserie hierzulande nicht mehr zur Verfügung. Dafür sind derzeit drei neue Folgen der zwar weitaus weniger aufwändigen, aber deswegen um nichts weniger witzigen deutschen Serie „Der Tatortreiniger“ im TV zu sehen. Der Anlass wird dankend wahrgenommen, um von der Comedy-Abstinenz abzuweichen und endlich eine Serie nachzuholen, in der Bjarne Mädel („Stromberg“) schon seit 2011 mit großem Engagement Blutlachen von Hamburger Tatorten entfernt. Der Protagonist der Serie, Heiko „Schotty“ Schotte, ist ein schräger Typ, der das Herz am rechten Fleck hat. Seine vielen Stärken werden schön in Szene gesetzt und wenn seine Schwächen hervortreten (schicke Autos und blonde Frauen), dann kommt ihm schon mal die Dramaturgie zu Hilfe.

Setting und Kosten
Jede Folge spielt an einem anderen Tatort, das kann die biedere Wohnung eines Krawattenverkäufers sein, oder auch der Bungalow eines Psychotherapeuten. Über die Morde, deren Spuren Schotty zu beseitigen hat, erfährt man meistens nicht viel. Stattdessen unterhält sich Schotty mit jenen über Gott und die Welt, die er in den blutverschmierten Behausungen antrifft. Das kann der Schriftsteller sein, dessen Tante in seiner Wohnung umgekommen ist oder auch eine Prostituierte, die ein Opfer vor seinem Tod bestellt hat. Die Drehbücher von Mizzi Meyer (nach einer Idee von Bjarne Mädel & Arne Feldhusen) enthalten nicht nur runde Storys, sondern sind auch mit witzigen Dialogen und Charaktereinfällen gespickt.
Die erste Staffel von „Der Tatortreiniger“ wurde für 170.000 pro Folge (ca. 26 Minuten) produziert. Das ist angesichts dessen, dass die Kosten für eine deutsche Qualitätsserien-Episode (45 Minuten) auf 400.000 bis 700.000 Euro geschätzt werden, bescheiden. Möglich ist das unter andrem, weil es jeweils nur  einen Schauplatz gibt und nur 3 bis 5 Darsteller pro Folge. Trotz der unübersehbaren Qualität der Serie hat der NDR sie 2011 nächtens versendet. Dass „Der Tatortreinigung“ danach nicht in der Versenkung verschwunden ist, verdankt sich nicht zuletzt dem, dass diese Qualität trotzdem nicht unentdeckt geblieben ist.

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Ein lesenswerter und längst überfälliger Kommentar zum Vergleich US-amerikanischer und deutscher Serien von Drehbuchautor Thilo Röscheisen ist  hier nachzulesen.

Update vom 02.07.2013: Bully Herbig bekommt Sitcom bei ProSieben

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