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Serien, Stoff & Storytelling

Serien: Entwicklung in Europa [Updated]

Berlin Wall from Above

Berlin Wall from Above (Photo credit: roger4336)

Im Zusammenhang mit den Ambitionen US-amerikanischer Medienkonzerne auf dem europäischen Serienmarkt wurde hier schon einmal dahin gehend spekuliert, ob sich transatlantische Co-Produktionen und Kooperationen positiv auf das Auftragsvolumen europäischer Drehbuchautoren auswirken könnten. Unter dem Showrunner Tom Fontana dürften an der deutschen Borgia-Serie (seit 2011) allerdings nicht allzuviele deutsche Autor/inn/en maßgeblich mitgearbeitet haben. Aktuelle Branchennachrichten legen ebenfalls Gegenteiliges nahe: An vorderster Front der europäisch ko-produzierten Krimiserien „Jo“ (2013) und „Crossing Lines“ (sein 2013)  sind zunächst ebenfalls einmal Talente aus Übersee zu finden.

Auf der Suche nach historischen Stoffen
Abgesehen vom Interesse nationaler oder internationaler Unternehmen am europäischen Absatzmarkt einerseits und den Auswirkungen auf die Auftragslage europäischer Fernsehschaffender andererseits, hat das Ganze noch eine weitere Facette. Das US-amerikanische und auch das britische Serienfernsehen hat zuletzt tief in der Geschichte gegraben. Serien wie „Mad Men“ (AMC), „Deadwood“ (HBO), „Copper“ (BBC America), „Hell on Wheels“ (AMC), „Boardwalk Empire“ (HBO) oder „Downton Abbey“ (ITV) greifen mehr oder weniger erfolgreich historisch bedeutsame Umbruchperioden der US-amerikanischen bzw. britischen Geschichte auf und entwerfen vor deren Hintergrund ambivalente und vielschichtige Dramen, die eine ungewohnte Perspektive auf Fragen erlauben, die uns auch heute beschäftigen. An dieser Stelle ist übrigens an eine österreichische Serie zu erinnern, der Ähnliches gelungen ist, nämlich an das 6-teilige (88 Minuten pro Folge) Fernsehdrama „Die Alpensaga“ (1976-1980) von Peter Turrini und Wilhelm Pevny (Regie: Dieter Berner). Aber zurück zu aktuellen Projekten.

Berlin hat Potential
Zuletzt wurde angekündigt, dass der Kultsender HBO eine Drama-Serie über Berlin in Zeiten des Kalten Krieges plane. Aber nicht nur die Amerikaner haben Berlin-Potential entdeckt, auch die deutsche teamWorx entwickelt zwei historische TV-Serien, die im früheren Berlin spielen: „Berlin Kurfürstendamm“ (Autorin: Annette Hess) und „Die Ärzte“ (Autorin: Dorothee Schön).
[Update 2016: „Berlin Kurfürstendamm“ wurde 2016 als Dreiteiler unter dem Titel „Ku’damm 56“ auf die Bildschirme gebracht, „Die Ärzte“ kommt 2017 als Mini-Serie unter dem Titel „Charité“ ins Fernsehen]
Es bleibt zu hoffen, dass es bei diesem Berlin-Boom nicht zu transatlantischen Mehrgleisigkeiten kommt, wie im Fall vom liederlichsten Papst aller Zeiten, dessen Story mehr oder weniger gleichzeitig vom Iren Neil Jordan für Showtime („Die Borgias“) und vom US-Amerikaner Tom Fontana für das deutsche Fernsehen („Borgia“) verfilmt wurde.
[Update 2013: Historische Berlin-Serien boomen]

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