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Stoff & Storytelling

Blockbuster-Formeln

Blockbuster-Mythen
Hörer/innen des Scriptnotes Podcasts wissen, dass John August und Craig Mazin keine Freunde von Drehbuchratgeber/inne/n sind. Kürzlich hat sich ihnen wieder einmal eine Gelegenheit geboten, im Jubiläumspodcast #100 (ab Minute 31) ausführlich über Autor/inn/en von Drehbuchliteratur (und Journalist/inn/en, die darüber schreiben) zu lästern. Den Anlass hat der Slate-Artikel „Save the Movie!“ gegeben, in welchem behauptet wird, der Drehbuchratgeber „Save the Cat! The Last Book on Screenwriting You’ll Ever Need“ (2005) von Blake Snyder sei Schuld daran, dass sich heutzutage jeder Film gleich anfühle.

Aus der Praxis der Blockbuster-Produktion
Ein Drehbuchautor, der – trotz des bei der Filmkritik durchgefallenen „Cowboys & Aliens“ – fast schon als Box-Office-Garant gelten kann, hat sich ebenfalls zu wiedererkennbaren Mustern von Blockbustern geäußert, allerdings nicht im Bemühen eine Erfolgsformel zu finden. Mit der Überschrift „Star Script Doctor Damon Lindelof Explains the New Rules of Blockbuster Screenwriting“ wurde kürzlich zur Lektüre eines Artikels von Autor Scott Brown gelockt. Darin wird am Beispiel des US-amerikanischen Volkshelden John Henry vorexerziert, wie nach den Erfahrungen und Einschätzungen von Lindelof eine Story durch die Hollywood-Maschinerie gedreht wird, bis am Ende ein formelhafter Blockbuster herauskommt. Der ehemalige „Lost“-Autor muss es wissen, zuletzt hat „Star Trek Into Darkness“ (Regie: J. J. Abrams nach einem Drehbuch von Damon Lindelof, Roberto Orci und Alex Kurtzman) weltweit etwa 450 Millionen US-Dollar eingespielt.
Lindelof hat kürzlich auch als Drehbuchretter von „World War Z“ auf sich aufmerksam gemacht. Ursprünglich soll der von Brad Pitt gespielte Familienvater und ehemalige UN-Mitarbeiter Gerry Lane im finalen Zombiegemetzel des Films zum Unmut des Testpublikums zu viel Blut vergossen haben. Folglich wird im jetzigen Filmende von „World War Z“ nicht auf das große Krachen gesetzt und wenig überraschend: es ist trotzdem spannend. In Bezug auf das Brechen von Blockbusterformeln ist die Literaturadaption „World War Z“ auch interessant, weil der Film auf eine Exposition verzichtet. Das funktioniert vermutlich, weil der Hauptplot mit einem Protagonisten – Lane muss gegen die Zeit das Zombievirus stoppen – auskommt und diese Figur zu Beginn der Action einigermaßen geschickt miterzählt wird. Allerdings bleiben alle Nebenfiguren und die Beziehung der Hauptfigur zu diesen extrem oberflächlich, was einer tiefer gehenden oder gar nachhaltigen Wirkung des Films im Wege steht. Auf die interessante Entstehungsgeschichte von „World War Z“, der bis jetzt weltweit etwa 500 Millionen US-Dollar eingespielt hat, wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen, aber nur noch soviel: Der Film zeigt wieder einmal, dass es weder unumstößliche Regeln, noch ultimative Formeln gibt.

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