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Biografie, Struktur

Flashforward: The Social Network

A segment of a social network

Image via Wikipedia

Nonlinearität in „The Social Network“

In der Haupthandlung von „The Social Network“ geht es um den Studenten Mark Zuckerberg, der die Social-Network-Plattform Facebook – ohne Rücksicht auf Verluste – zum Erfolg führt. Die Geschichte beginnt im Herbst 2003, als eine junge Frau bei einem Barbesuch mit dem verhaltensaufälligen Studenten Schluss macht. Daraufhin programmiert Mark mit Hilfe seines Freundes Eduardo frustriert die Website Facemash.com, die noch in der selben Nacht vom Harvard-Server genommen werden muss, weil sie so viele Zugriffe hat.

Rahmenhandlung
Nach diesen Ereignissen springt die Erzählung in Minute 17 in der erzählten Zeit ein paar Jahre vorwärts, nämlich zu einem Rechtsstreit, in den Mark mit dem ehemaligen Freund Eduardo verwickelt ist. Dass der Film auch mit diesem Rechtsstreit endet, könnte so interpretiert werden, dass diese Verhandlung die (verzögert beginnende) Rahmenhandlung bildet, aus deren Rückblenden die Haupthandlung erzählt wird. Das stimmt nur zum Teil, weil die Rückblenden nicht so eindeutig zuzuordnen sind, u.a. weil parallel und fast nicht zu unterscheiden ein anderer Rechtsstreit stattfindet: Jener, in dem die Zwillinge Winklevoss Mark beschuldigen, ihre Idee gestohlen zu haben.

Multisperspektivität
Die Rechtsstreitigkeiten von Mark mit Eduardo und die mit den Winklevoss-Zwillingen sind parallel geschnitten. Sorkin und Fincher haben es darauf angelegt, dass die beiden Verhandlungen nicht klar zu unterscheiden sind. Bei der Darstellung der Rechtsstreitigkeiten geht es anscheinend nicht darum, den Verlauf der Ereignisse so zu erzählen, auf dass sich die Zuseher/innen ein Urteil bilden können. Durch das Hin- und Herspringen zwischen den streitenden Parteien entsteht der Eindruck, als würde die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Sorkin/ Fincher geben nicht vor, dass es eine Wahrheit und eine sich daraus abzuleitende Gerechtigkeit gäbe. In Zusammenhang damit ist ein Interview mit CBS (Min. 5:12) bedeutsam, in dem Sorkin über den Rashomon-Ansatz in „The Social Network“ gesprochen hat.

Plot
Zurück zur Haupthandlung: Ab Minute 17 springt der Film innerhalb mehrerer Jahre (in der realen Geschichte zwischen Ende 2003 und ca. 2007) hin und her und erzählt aus der Perspektive der streitenden Parteien die Haupthandlung in „Rückblenden“ chronologisch weiter: Die Zwillinge Winklevoss werden durch den Facemash-Coup auf Mark aufmerksam und verraten ihm ihre Idee für ein exklusives Online-Netzwerk. Mark hält die Winklevoss hin und beginnt stattdessen Facebook zu entwickeln, unterstützt von Eduardo, der für die Finanzen zuständig ist. Im Sommer 2004 kommt Napster-Mitbegründer Sean Parker ins Spiel. Der sieht die Chance, endlich Geld zu verdienen und übernimmt bald darauf Eduardos Job. Eduardo wird in Folge dessen aus dem Unternehmen gedrängt. Die Haupthandlung endet ca. 1 Jahr nach dem Facemash-Coup im November 2004, an dem Tag, an dem Facebook 1.000.000 Mitglieder überschreitet und an dem Edurado erkennt, dass er von seinem besten Freund hintergangen wurde.

Schluss
Die Rahmenhandlung „Saverin gegen Zuckerberg“ geht (ein paar Jahre später) damit zu Ende, dass Mark allein in einem Verhandlungszimmer sitzt und jener jungen Frau eine Freundschaftsanfrage schickt, die drei Jahre vorher mit ihm Schluss gemacht hat.

Diskussionen

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