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Serien, TV

Deutsche Dramaserien 2017

Was war: Historische Stoffe und Berlin-Settings
Über die Aufbruchstimmung in der deutschen Serienlandschaft wurde an dieser Stelle schon öfter geschrieben, über das Potential historischer Stoffe für die europäische Serie ebenfalls. Dass die deutsche Geschichte in den vergangenen Jahren maßgeblich am zunehmenden Erfolg deutscher Dramaserien beteiligt war, belegen etwa das viel beachtete DDR-Drama „Weissensee“ (seit 2010), das im Kalten Krieg angesiedelte Spionagedrama „Deutschland 83“ (seit 2015) und der 50er-Jahre-Dreiteiler „Ku’damm 56“ (2016).
Im soeben zu Ende gegangenen Jahr spielten die aufsehenerregenden Dramaserien jedoch öfter in der Gegenwart. Dazu gehören die in einem fiktiven Kölner Krankenhaus angesiedelte Dramedy „Club der roten Bänder“ (VOX mit Bantry Bay), die ein wenig an „Breaking Bad“ erinnernde Dramaserie „Morgen hör ich auf“ (ZDF mit Network Movie), sowie das Drama „Tempel“ (ZDFneo mit Polyphon), in dem ein Altenpfleger ein gefährliches Doppelleben führt.

Was kommt: Kinoregisseure & Streamingdienste
In den letzten Jahren ging es an dieser Stelle auch bereits mehrfach um die Entwicklung, bekannte Regisseure für Serien – die nicht selten in Berlin angesiedelt sind – zu gewinnen. Es ist vielleicht nicht unbedingt im Interesse der Drehbuchautor/inn/en und entspricht auch nicht dem US-amerikanischen Vorbild, aber der Trend, Regisseure an die Spitze zu rücken, könnte heuer einen Höhepunkt erreichen.

Über das schon länger angekündigte historische Crime-Drama „Babylon Berlin“ von Starregisseur Tom Tykwer (Autoren: Tom Tykwer, Achim von Borries, Hendrik Handloegten) wurde vielfach berichtet. Die von X Filme und Beta-Film im Auftrag der ARD/Degeto und des Pay-TV-Senders Sky realisierte Serie wird 2017 zuerst auf dem zuletzt genannten Bezahlsender ausgestrahlt.

Die ebenfalls schon länger angekündigte Mini-Serie „Charité“, in der Geschichten aus dem berühmten Berliner Krankenhaus Ende des 19. Jahrhunderts erzählt werden, soll heuer in der ARD anlaufen. Das 6-teilige Drama von Regisseur Sönke Wortmann (Autorin: Dorothee Schön) ist eine Produktion von UFA FICTION im Auftrag der ARD.
Für das ZDF hat dieselbe Produktionsfirma den 3-teiligen Event-Thriller „Der gleiche Himmel“ produziert. Das von Oliver Hirschbiegel inszenierte Spionagedrama (Autorin: Paula Milne) spielt im geteilten Berlin der 70er-Jahre. Die Serie dürfte im März 2017 anlaufen.

Abgedreht ist auch das Crime-Drama „Das Verschwinden“ (Arbeitstitel) von Kinoregisseur Hans-Christian Schmid (Das Erste in Kooperation mit 23/5 Filmproduktion und Mia Film). In der Miniserie geht es um das Verschwinden einer jungen Frau in einer Kleinstadt an der tschechischen Grenze.
Für das 8-teilige Weltuntergangsdrama „Acht Tage“ wurde unter anderem Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky als Regisseur engagiert (Autoren: Peter Kocyla, Rafael Parente, Benjamin Seiler). Für Sky Deutschland produzieren wird die Münchner Produktionsfirma Neuesuper.

Auf dem Bezahlsender TNT, der mit Serien wie „Add a Friend“ (2012-2014) und „Weinberg“ (2015) hohe Erwartungen geweckt hat, wird demnächst das Crime-Drama „4 Blocks“ ausgestrahlt.  Die Serie taucht in die kriminelle Welt eines arabischen Clans in Berlin-Neukölln ein. Die Wiedemann & Berg Filmproduktion hat Nachwuchstalent Marvin Kren („Rammbock“) für alle Episoden als Regisseur verpflichtet, die Bücher stammen vom Trio Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad.

Das auch unter dem Kürzel HaRiBo bekannte Trio hat außerdem die Drehbücher für die erste deutsche Serie, die in Kooperation mit einem Streamingdienst produziert wird, geliefert. Ob des aggressiven Marketings dürfte kaum jemandem entgangen sein, dass der 6-teilige Thriller „You Are Wanted“ um einen Mann, der Opfer eines Cyber-Angriffs wird, im kommenden März auf Amazon startet. Matthias Schweighöfer ist Protagonist, Regisseur und Produzent der Serie.
„4 Blocks“-Produzent Wiedemann & Berg ist ebenfalls in eine Serie involviert, die in Kooperation mit einem anderen Streamingdienst entsteht, nämlich dem Marktführer Netflix. Die Mystery-Serie „Dark“ von Baran bo Odar und Jantje Friese („Who Am I – Kein System ist sicher“) dürfte ebenfalls heuer veröffentlicht werden. Es soll um vier Familien in einer deutschen Kleinstadt und zwei verschwundene Kinder gehen.

Genre 2017 im Aufwind
Historische Stoffe und Berlin-Settings sind bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und bei Sky also auch 2017 hoch im Kurs. Die Streamingdienste oder etwa auch TNT wenden sich eher aktuellen Themen und abgelegeneren Orten zu. Allen gemeinsam ist, dass das Drama wieder öfter in das beliebte Krimi-Genre und vermehrt in die Genres Thriller oder Spy verpackt wird.

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