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Trend: Filme und Serien über Sekten und Kulte

Vor einigen Jahren ging es hier um den Trend zu Bibelverfilmungen. „Noah“ (Regie: Darren Aronofsky) und „Exodus: Gods and Kings“ (Regie: Ridley Scott) sind mittlerweile mit mäßigem Erfolg im Kino gelaufen. Um andere Projekte, wie etwa Paul Verhoevens Jesus-Story und Will Smith‘ Regiedebut „The Redemption of Cain“ ist es still geworden. Dass sich mit Bibelstoffen Kritiker- sowie Box-Office-Erfolge erzielen lassen, haben schon vor Längerem Martin Scorsese mit „The Last Temptation of Christ“ (1988) und Mel Gibson mit dem kontroversiellen „The Passion of the Christ“ (2004) bewiesen. Warum keinem der aktuell angekündigten Projekte ein herausragender kommerzieller und/oder Kritikererfolg vergönnt war, darüber kann an dieser Stelle nur wild spekuliert werden. Die Produktionskosten von „Noah“ (125 Mio. $) und „Exodus“ (140 Mio. $) könnten eine Rolle gespielt haben. In Anbetracht des Budgets ist es möglicherweise selbst einem eigenwilligen Regisseur wie Aronofsky schwer gefallen, einer Vision zu folgen, ohne auf ein potentielles Publikum zu schielen – was bei einem kontroversen Thema wie Religion keine leichte Aufgabe sein dürfte. Während – nicht zuletzt mangels Erfolg – der Hype um die Adaption biblischer Stoffe abgeklungen ist, hat sich in seinem Schatten eine verwandte Gattung zu einem Liebling der Kritiker gemausert: Filme und Serien über Kulte und Sekten.

Filme
Im Psychothriller „Sound of my Voice“ (Regie: Zal Batmanglij) verkörpert Brit Marling eine Kultanführerin, die sogar ihre Gegner einzufangen vermag und im Thriller „Martha Marcy May Marlene“ (Regie: Sean Durkin) entkommt eine junge Frau (Elizabeth Olsen) einer Sekte. Ihre überzeugenden Darstellungen bescherten den beiden Schauspielerinnen 2011 beim Sundance Filmfestival viel Lob. Im selben Jahr erzählte der britische Ausnahmeregisseur Ben Wheatley in seinem viel beachteten Thriller „Kill List“ von einem Auftragsmörder, der – ohne es zu wissen – einem Kult auf den Leim geht. Ein Jahr später brachte Paul Thomas Anderson den Kritikerliebling „The Master“ ins Kino, in dem sich ein Herumtreiber (Joaquin Phoenix) in den Dienst eines charismatischen Religionsgründers (Philip Seymour Hoffman) stellt. Auf dem SXSW Festival hatte im März 2014 das Spielfilmdebut „Faults“ (Regie: Riley Stearns) Premiere. In diesem Genremix wird ein in Gehirnwäsche versierter Mann (Leland Orser) von besorgten Eltern engagiert, ihre Tochter (Mary Elizabeth Winstead) aus den Fängen eines Kults namens „Faults“ zu befreien. Eine ähnliche Aufgabe wurde Harvey Keitel übrigens schon 1999 in „Holy Smoke“ (Regie: Jane Campion) zuteil, als die junge Kate Winslet einem indischen Guru zu verfallen drohte. Der australische Film „Partisan“ (Regie: Ariel Kleiman) hatte 2015 ebenfalls beim Sundance Festival seine Erstaufführung. Darin spielt Vincent Cassel den Führer einer sektenähnlichen von der Außenwelt abgeschotteten Gemeinschaft. Eines der Kinder, die vom Sektenführer unter anderem im Töten unterrichtet werden, beginnt den Meister in Frage zu stellen. Die wenigsten der genannten Filme hatten hierzulande einen Starttermin. Dieses Schicksal wird „Conlonia“ sicher nicht ereilen. In diesem starbesetzten Drama von Florian Gallenberger („John Rabe“) versucht Emma Watson demnächst Daniel Brühl aus den Fängen der Colonia Dignidad zu befreien.

Serien
Während US-amerikanische Independentfilme oftmals unter dem Radar heimischer Kinobesucher/innen bleiben, werden Serienjunkies von den hiesigen Medien über alle in den USA halbwegs gut besprochenen TV-Shows informiert, so zuletzt auch über einige, in denen charismatische Sektenführer ihr Unwesen treiben. Hier wäre einmal das mäßig beliebte Crime-Drama „Aquarius“ (Schöpfer: John McNamara) von NBC zu nennen, in dem David Duchovny einen Polizisten spielt, der Charles Manson (Gethin Anthony) ins Gehege kommt. Bei Publikum und Kritik weitaus beliebter ist die Mystery-Dramaserie „The Leftovers“ (Schöpfer: Damon Lindelof, Tom Perrotta) von HBO. Die Handlung beginnt drei Jahre nachdem 2 % der Weltbevölkerung einfach verschwunden sind. Im Mittelpunkt der gebeutelten Welt stehen der Polizeichef von Mapleton, seine Frau, die sich der Sekte The Guilty Remnant angeschlossen hat und deren Kinder. Kürzlich wurde auch von Hulu eine Serie zum Thema angekündigt. In „The Path“ (Schöpferin: Jessica Goldberg) gehört “Breaking Bad”-Star Aaron Paul einer Sekte an. Während seine Frau (Michelle Monaghan) eine überzeugte Anhängerin ist, beginnt er zu zweifeln. „The Path“ wird nicht der letzte Beitrag zum Thema sein, so plant etwa Todd Haynes („Carol“) eine Serie über die 70er Kommune The Source Family und Jake Gyllenhaal will sich in einer Anthologie-Serie mit Sektenführern beschäftigen.

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