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Adaption, True Story

True Story: Der Trend geht weiter

2015 waren bei den Academy Awards in der Kategorie „Bester Film“ acht Filme nominiert, die Hälfte davon basierte auf wahren Begebenheiten. Wenn sich die Einschätzungen diverser Medien bewahrheiten, könnte dieser Anteil 2016 noch steigen. Zum Beispiel sind in der Variety-Prognose unter den ersten 15 Best-Picture-Nennungen neun Filme zu finden, die auf realen Ereignissen und Figuren beruhen:

„The Revenant“ erzählt die vielfach überlieferte Geschichte des US-amerikanischen Trappers Hugh Glass. Der Film von Alejandro González Iñárritu basiert auf einem Roman von Michael Punke.

„Spotlight“ von Tom McCarthy beschäftigt sich mit einem Missbrauchsskandal der Katholischen Kirche, der vor über zehn Jahren von Journalisten des Boston Globe aufgedeckt wurde.

„Bridge of Spies“ von Steven Spielberg (Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen) dramatisiert Ereignisse aus der Zeit des Kalten Krieges.

„Steve Jobs“ von Danny Boyle (Drehbuch: Aaron Sorkin) verdichtet einige Schlüsselepisoden aus dem Leben des verstorbenen Apple-Gründers zu einer spannenden Erzählung. Der Film basiert auf eine Vorlage von Walter Isaacson.

„Black Mass“ von Scott Cooper (Drehbuch: Jez Butterworth, Mark Mallouk) befasst sich mit einem Ausschnitt aus dem Leben des Gangsters James J. Bulger. Der Film basiert auf dem Buch „Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob“ von Dick Lehr und Gerard O’Neill.

„The Big Short“ nimmt sich der Finanzkrise 2007 bis 2010 und einiger ihrer Schlüsselfiguren an. Der Film von Adam McKay basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Michael Lewis, der auch schon die Vorlagen für „Moneyball“ und „The Blind Side“ geliefert hat.

„Straight Outta Compton“ (Regie: F. Gary Gray; Drehbuch: Jonathan Herman, Andrea Berloff) entwirft eine Version der Erfolgsgeschichte der Hip-Hop-Gruppe N.W.A.

„The Danish Girl“ fiktionalisiert das Leben der transsexuellen Lili Ebe. Der Film von Tom Hooper (Drehbuch: Lucinda Coxon) basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-amerikanischen Autors David Ebershoff.

Weitere drei Filme unter den Top 15 der Variety-Liste beruhen auf literarischen Vorlagen: „The Martian“ (Regie: Ridley Scott), „Room“(Regie: Lenny Abrahamson) und „Brooklyn“ (Regie: John Crowley). Nur drei der prognostizierten Oscar-Anwärter haben Originaldrehbücher als Grundlage: Der Animationsfilm „Inside Out“, der Tarantino-Western „The Hateful Eight“ und das „Rocky“-Spin-Of „Creed“.

Die Chance, dass im kommenden Februar wieder einmal die Adaption einer „wahren Begebenheit“ ausgezeichnet wird, ist also hoch. Man darf gespannt sein, welcher Kandidat diesmal für mangelnde Wahrhaftigkeit kritisiert und in Authentizitätskontroversen verstrickt wird. Zu hoffen bleibt, dass aus den zu erwartenden Scharmützeln interessante Beiträge zur Debatte resultieren.

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “True Story: Der Trend geht weiter

  1. Danke für den interessanten Artikel.

    Verfasst von mediendidaktikmannheim | November 25, 2015, 5:14 pm

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