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Literaturadaption

Adaptionsnotizen: Der Marsianer

Kürzlich wurde der Starttermin für „The Martian“ (Regie: Ridley Scott) um zwei Monate vorverlegt. Das wird viele Fans des Romans von Andy Weir freuen. Der Informatiker hat die Robinsonade eines auf dem Mars gestrandeten Astronauten im Selbstverlag herausgebracht, nachdem mehrere Verlage den Roman abgelehnt hatten. Was der Grund für das Desinteresse gewesen sein könnte? Die vielen naturwissenschaftlichen Passagen vielleicht. Die ersten 53 des 325 Seiten langen Romans lesen sich wie ein Biologie- und Chemiesachbuch, denn es wird detailliert beschrieben, wie es dem Helden Watney gelingt, auf dem Mars Kartoffeln zu züchten und aus Treibstoff Wasser zu gewinnen. Wenn man das Buch umfassend genießen will, hat man besser ein gewisses Interesse an Naturwissenschaft. Das soll aber nicht heißen, dass der Roman für naturwissenschaftlich weniger Interessierte nicht spannend ist. Das Gegenteil ist der Fall. Watneys Überlebenskampf auf dem Mars hat einige dramatische Wendepunkte zu bieten. Was die Leser/innen von Watney erfahren ist das, was er als wichtig genug erachtet um es in seinem Logbuch festzuhalten, also hauptsächlich technische Details seiner Rettungsmaßnahmen und gelegentlich ein ironischer Kommentar zu seinem psychischen Befinden. Spannungsreich ist die Story auch, weil nach und nach neue Perspektiven, wie etwa die von NASA-Mitearbeitern auf der Erde, hinzukommen. Die Leser/innen wissen manchmal mehr, manchmal weniger als der Protagonist.  Dieser ist mit allem ausgestattet, was sich die klassische Filmdramaturgie von einem Helden wünscht, unter anderem findet der Botaniker und Ingenieur aus jeder noch so haarigen Situation einen Ausweg. Im Gegensatz zum schlauen und sympathischen Watney bleiben alle anderen Figuren – es sind relativ viele – flache Nebenfiguren.
Es ist anzunehmen, dass der Film alle Erzählstränge der Vorlage nutzen und zwischen Mars, NASA und der Hermes (Raumschiff auf dem sich die Crew befindet, die Watney unabsichtlich zurück gelassen hat) hin- und herspringen wird. Gespannt darf man sein, wie viel von den Überlebensmaßnahmen, die größtenteils darin bestehen, Dinge zu bauen und umzubauen, gezeigt und auf welche Weise diese Vorgänge erklärt werden.

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