//
du liest...
Adaption, Serien, Trend, TV

Serientrend: Adaption von Spielfilmen [Updated]

Bates motel

Bates motel (Photo credit: jlmaral)

Drama, Horror
Wie im Artikel über die Adaption von Comics angekündigt, geht es nun um den Trend zur Adaption von Spielfilmen. Allen voran ist hier die Dramaserie „Bates Motel“ (A&E) zu nennen [Update: die fünfte Staffel kommt 2017]. Die Serie greift auf die Geschichte von Robert Blochs Roman „Psycho“ zurück, welche bereits 1960 von Alfred Hitchcock unvergesslich auf die Kinoleinwand gebracht wurde. Die beim US-amerikanischen Publikum beliebte Serie ist in der heutigen Zeit angesiedelt und nimmt die Beziehung des 17-jährigen Norman Bates (Freddie Highmore) und seiner Mutter (Vera Farmiga) unter die Lupe. Das symbiotische Paar zieht nach dem Tod von Normans Vater nach White Pine Bay und übernimmt in dem geheimnisumwobenen Ort das mit Hitchcocks „Psycho“ berühmt gewordene Haus samt Motel. Damit beginnt eine Geschichte, die in einem spannungsreichen Orts- und Familien-Setting verortet ist und mit der die Figur des derzeit so beliebten Serienkillers („Dexter“, „Hannibal“, „Following“) auf interessante Weise variiert wird. Schöpfer des „Prequels“ zu „Psycho“ sind Anthony Cipriano, Carlton Cuse („Lost“) und Kerry Ehrin. Apropos „Hannibal“: Der titelgebende Charakter der NBC-Serie von Bryan Fuller wurde bekanntlich bereits im Film „The Silence of the Lambs“ von Jonathan Demme nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Harris verewigt. [Update: Die Serie wurde nach der dritten Staffel eingestellt]

Kürzlich hat auch die Ausstrahlung der ersten Staffel der Action-Horror-Serie „From Dusk Till Dawn“  begonnen [Update: die dritte Staffel wird ab Herbst 2016 ausgestrahlt]. Das von Robert Rodriguez entwickelte Format basiert auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1996 (Regie: Robert Rodriguez, Drehbuch: Quentin Tarantino). „From Dusk Till Dawn“ ist die erste eigenproduzierte Serie des erst kürzlich von Rodriguez gestarteten Senders El Rey. Mit der Serie ausführlich beschäftigt hat sich kürzlich auch ein Artikel in der Süddeutschen mit dem Titel „Kino wird Serie – Die Streckfolter“. Ebenfalls im Horror-Genre angesiedelt ist die schon länger angekündigte Serien-Adaption des Slasher-Kult-Films „Scream“ (Regie: Wes Craven, Drehbuch: Kevin Williamson). Wie gerüchteweise schon länger zu vernehmen war,  wird Wes Craven beim Piloten  zur MTV-Serie Regie führen. [Update: Die zweite Staffel geht im Herbst 2016 zu Ende]
Im Unterschied dazu ist Tim Burton nicht in die TV-Serie „Sleepy Hollow“ involviert, welche auf „The Legend of Sleepy Hollow“ von Washington Irving basiert. Genauso wenig dürfte die 4-teilige Mini-Serie „Rosemary’s Baby“ (nach einem Roman von Ira Levin) mit dem gleichnamigen Film von Roman Polanski aus dem Jahr 1968 zu tun haben.

Comedy
Auch bereits angelaufen ist die Sitcom „About A Boy“ [Update: wurde nach zwei Staffeln eingestellt], welche auf dem gleichnamigen Roman von Nick Hornby basiert, der bereits 2002 von Chris und Paul Weitz erfolgreich für die Leinwand adaptiert wurde. Serienschöpfer ist Jason Katims („Friday Night Lights“, „Parenthood“). Da die Gebrüder Weitz in den Writing-Credits der Serie auftauchen, ist anzunehmen, dass die Entwicklung der Serie nicht losgelöst vom Film zu betrachten ist.

Im April startet das Crime-Comedy-Drama „Fargo“ (FX), welches lose auf dem gleichnamigen Film der Coen-Brüder beruht, die den Film 1996 auf der Vorlage eines von ihnen verfassten Drehbuchs inszeniert haben. Die Serie, in deren Produktion die Coens als Produzenten involviert sind, dürfte sich in Ton, Genre und Setting am Original orientieren, sowohl Figuren als auch Plotlines der Serie wurden aber neu geschaffen. Autor des Fernsehformats ist der umtriebige Roman- und Drehbuchautor Noah Hawley („Bones“). [Update:  Die dritte Staffel der bei Publikum und Kritik äußerst beliebten Serie startet 2017]

Mystery
Eine Serie mit einer interessanten Adaptionsgeschichte soll im Januar 2015 auf Sendung gehen: Der vom Kurzfilm „La Jetée“ (Regie: Chris Marker) inspirierte Kultfilm „12 Monkeys“ (Regie: Terry Gilliam) wird derzeit für SyFy als Mystery-Dramaserie adaptiert. Der Pilot wurde von Terry Matals und Travis Fickett (beide „Terra Nova“) geschrieben [Update: Die dritte Staffel wird 2017 ausgestrahlt]. Ebenfalls auf SyFy werden bereits im Juni zwei Folgen der Mystery-Action-Dramaserie „Dominion“ gesendet, die von Scott Stewart entwickelt wurde. „Dominion“ führt die Ereignisse aus dem Endzeit-Thriller „Legion“ (Regie/Co-Autor: Scott Stewart) aus dem Jahr 2010 fort. [Update: die Serie wurde nach zwei Staffeln eingestellt]

Related Articles:
The New York Times: Mining the Movies for the Next TV Hit

Diskussionen

5 Gedanken zu “Serientrend: Adaption von Spielfilmen [Updated]

  1. Thematisch dazu passen würde noch The Firm, basierend auf den gleichnamigen Spielfilm aus dem Jahr 1993.

    Verfasst von Rüdiger | April 8, 2014, 6:59 pm
  2. Für mich sind diese Adaptionen bzw. Anleihen kein gutes Zeichen. Statt auf originären Content zu setzen, greift man sicherheitshalber auf erfolgreiche und bekannte Vorlagen zurück. Hollywood lässt grüßen. Ob unter solchen Voraussetzungen Serien wie „Breaking Bad“ oder „The Wire“ in Zukunft möglich sein werden, lässt mich daher stark zweifeln.

    Verfasst von Lukas | April 9, 2014, 10:07 am
    • Stimmt schon, die herausragenden Dramaserien der letzten 15 Jahre beruhen fast ausnahmslos auf den Ideen und Originaldrehbüchern einiger herausragender Geschichtenerzähler, ich würde den oben beschriebenen Adaptionstrend aber nicht mit den Remakes, Reboots und Fortsetzungen der Filmindustrie gleichsetzen (welche gelegentlich auch Innovatives hervorbringen). Sopranos, The Wire und Breaking Bad haben – unter anderem mit horizontalem Storytelling und ambivalenten Hauptfiguren – das Serienfernsehen verändert. Serien wie „Bates Motel“ belegen das. Dass derlei Adaptionen die eine oder andere spannende Serie hervorbringen werden, steht für mich außer Frage, dass damit auch Innovatives gelingt halte ich zumindest nicht für unwahrscheinlich.

      Verfasst von Anka | April 9, 2014, 7:36 pm
      • Wenn die Verantwortlichen sich nicht zu sehr an die Vorlage klammern, mit den Genrekonventionen spielen, sie neu ausloten und den Inhalt der Vorlage, sprich normale Filmlänge, nicht künstlich in die Länge dehnen usw., kann es was werden, aber nur dann. Jedoch: Was die Serien-Revolution ausgelöst hat, waren eben originäre Inhalte mit Figuren, die man zuvor so noch nicht gesehen hat. Das sollten die Sender niemals vergessen.

        Verfasst von Lukas | April 9, 2014, 7:48 pm

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bookmark and Share

Enter your email address to subscribe to this blog and receive notifications of new posts by email.

Fun