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Crossmedia/Transmedia, Interaktiv, Spieleadaption, Stoff & Storytelling

Cross-Platform-Storytelling im deutschen Fernsehen [Updated]

„Tatort+“ (2013)
Der „Tatort“ ist nicht nur dafür bekannt, dass er das am längsten und erfolgreichsten laufende Krimi-Format im deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist, der „Tatort“ ist auch jene Sendung, über die auf Twitter am meisten diskutiert wird. Mit dem Social-Network-Engagement ist aber noch nicht alles über die Online-Aktivitäten rund um den „Tatort“ gesagt. Kürzlich konnten Zuseher/innen das Format mit „Tatort+“ zum zweiten Mal transmedial erleben. Fast 60.000 Nutzer/innen nahmen an der Online-Spurensuche teil, die den Stuttgarter Tatort „Spiel auf Zeit“ begleitete (die Süddeutsche berichtete über die ARD-Vorzeigeaktivitäten im Netz).

„The Spiral“ (2012)
Um ein transmediales Serien-Projekt handelt es sich auch bei der europäischen Ko-Produktion „The Spiral“. Im Mai 2012 begann man mit einem Live action role Play (LarP) rund um einen transeuropäischen Kunstraub. Im darauf folgenden Herbst wurde die Serie dann zeitgleich auf sieben europäischen Sendern ausgestrahlt (u. a. auf Arte). Begleitet wurde die Ausstrahlung mit Angeboten auf der Gaming-Plattform von „The Spiral“, die das Publikum sechs Wochen lang mit Spielen versorgte. Das transmediale Format wurde kürzlich im VeDRA-Newsletter „Wendepunkt“ von Egbert van Wyngaarden analysiert (S. 20). Dass bevorzugt im Krimi-Genre mit transmedialen Formen experimentiert wird, ist insofern naheliegend, als dass Krimi-Affine bekanntlich gerne über Täter/innen und Tatmotive mitraten. Dass sich diese Zuseher/innen auch für Rate- und Suchspiele im Internet gewinnen und binden lassen, scheint kein abwegiger Gedanke.

Wer rettet Dina Foxx? (2011)
Um ein Transmedia-Projekt im Krimi-Genre, dass vom ZDF in Zusammenarbeit mit teamWorx und UFA-Lab realisiert wurde, handelt es sich bei „Wer rettet Dina Foxx?“ (Projekt-Video). Drei Wochen vor der Ausstrahlung eines 50-minütigen TV-Krimis wurden in der Pre-TV-Phase Figuren und Handlungsstränge in Social-Media-Plattformen, mit viralen Videos und Guerilla-Aktionen etabliert. Am Ende der Pre-TV-Phase gibt es einen Mord, den die Hauptfigur, die Datenschutzaktivistin Dina Foxx, an ihrem Freund Vasco begangen haben soll. Der Film beginnt mit Dina Foxx im Gefängnis im Gespräch mit ihrem Anwalt. In Rückblenden wird die Geschichte wiederholt, bzw. vervollständigt, die in der Pre-TV-Phase etabliert wurde. Der Film endet mit einem Video, welches Dina Foxx am Tatort zeigt. Nun sollen die Zuschauer/innen Dina Foxx, welche aus dem Gefängnis befreit wird, in einem Alternate Reality Game (ARG) helfen, den wahren Mörder zu finden. Zur Teilnahme an der Lösung des Falls werden von den Projektmacher/inne/n Video-Clips, fiktive Websites, fiktive Social-Media-Profile und eine Spielapplikation zur Verfügung gestellt. Das Transmedia-Projekt wurde so gut angenommen, dass es einen zweiten Teil geben wird.

„About: Kate“ (Seit 2013)
Aber auch in anderen Genres wird experimentiert. Ein Format für Psychologie-Affine hat Arte Creative entwickelt. In der deutsch-französischen Ko-Produktion „About: Kate“ geht es um die 30-jährige Kate, die sich zu Beginn der Serie in eine Nervenheilanstalt einweisen lässt. Die Zuschauer/innen konnten mit Kate über deren Facebook-Profil interagieren, außerdem wurden von Nutzer/innen erstellte Bilder und Videos in die Serie integriert. Mit Hilfe einer App, die auf die Tonspur der Sendung reagiert, konnten Hintergrundinformationen abgerufen werden. Über die Entwicklung des Formats berichtet Regisseurin Janna Nandzik hier.

Zeit der Helden (2013)
Bei dieser Zusammenarbeit von Arte und SWR geht es um Beziehungsdramen, die um das älter und erwachsen werden kreisen. In der 9-teiligen Echtzeit-Serie wird von der Familie Brunner und einem benachbarten Ehepaar erzählt. Die Zuschauer/innen konnten sich via Internet mit Such- und Rätselspielen in die Backstory der Figuren vertiefen. Die Serie wurde 2013 in der Kategorie Beste Serie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

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