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Figuren, Trend

Trend: Female-led Franchise

Eine aktualisierte Version dieses Artikels ist in der 27. Ausgabe des VeDRA-Fachmagazins WENDEPUNKT (PDF) erschienen.

Box-Office-Hits
Im Februar 2010 wurde im Guardian Blog in einer Überschrift die Frage gestellt: „Will we ever see a female-led film franchise?“. Auch wenn es im Artikel dann eigentlich um vom Titel Abweichendes ging, war wenig überraschend herauszulesen, dass Film-Franchises traditionell weitaus öfter auf männliche Protagonisten setzen. Dabei haben nicht nur Ensemblefilme mit attraktiven Frauen („Charlie’s Angels“, „Sex and the City“) am Box Office reüssiert, schon viel früher hat Ripley („Alien) bewiesen, dass sich auch mit „kick ass chicks“ in der Hauptrolle Kasse machen lässt. Richtig zu Buche geschlagen hat jedoch erst die Fantasy-Romance-Filmreihe mit Kristen Stewart in der Hauptrolle. Das 5-teilige „Twilight“-Franchise hat weltweit 3,3 Milliarden $ eingespielt. Während Teil 1 der „Twilight“-Reihe schon mit 392 Millionen $ als Erfolg verbucht werden konnte, hat zwei Jahre später der erste von vier „The Hunger Games“-Teilen weltweit sogar 691 Millionen $ eingespielt. Während mit Bella aus der „Twilight“-Saga eine zerbrechliche Schöne vor allem weibliche Massen ins Kino gelockt hat, ist es in „The Hunger Games“ eine starke Kämpferin, die sowohl Frauen als auch Männer zum Kauf von Kinotickets zu bewegen vermag. Bei aller Verschiedenheit haben Bella und Katniss übrigens eines gemeinsam: Sie stehen beide zwischen zwei Männern. Diesem „Detail“ verdanken die Reihen Spannungsmomente, die nicht wenige Zuschauer/innen bei der Stange halten dürften. Wie viele genau, dazu müsste man Vinny Bruzzese befragen. Melissa Silverstein hat im März 2012 auf Indiewire darauf hingewiesen, dass „The Hunger Games“ insofern das erste echte „Female Franchise“ sei, als niemals zuvor ein Film mit einer weiblichen Hauptfigur so breit (4000 Kopien) gestartet wurde (abgesehen vom weit weniger erfolgreichen „Salt“ mit Angelina Jolie).

Jugendbuchadaptionen
Der Erfolg von „Twilight“ und „The Hunger Games“ basiert aber nicht nur auf großen Marketingbudgets und hohen Kopienzahlen, sondern vor allem auch darauf, dass beide Franchises aus den großen Fangemeinden der Buchreihen schöpfen. Die Box-Office-Zahlen haben die Jagd nach anderen erfolgreichen Jugendbuchreihen dann auch weiter angeheizt, unter anderem werden heftig dystopische Geschichten aufgekauft. Für die Leinwand adaptiert wird derzeit zum Beispiel „Divergent“, der erste Teil einer dystopischen Trilogie mit einer jungen Frau (Shailene Woodley als „Tris“) im Mittelpunkt (Regie: Neil Burger nach einem Roman von Veronica Roth). Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es zwar einige kommerziell erfolgreiche deutschsprachige Jugendbuchtrilogien mit weiblichen Protagonistinnen gibt, auf eine kommerziell gleichermaßen erfolgreiche Adaption warten wir aber noch. Aus aktuellem Anlass – der erste Teil ihrer „Silber“-Trilogie ist gerade erschienen – können hier die Jugendbücher von Kerstin Gier gennannt werden. Der erste Teil von Giers Trilogie “Liebe geht durch alle Zeiten” wurde bereits für das Kino adaptiert, nachdem „Rubinrot“ im Kino aber mit mäßigem Erfolg gelaufen ist, konnte man sich bisher anscheinend nicht zur Adaption von Teil 2 durchringen. Unter der Regie von Vivian Naefe wurden zuvor (2005 – 2009) mit größerem kommerziellen Erfolg drei Teile von Cornelia Funkes 5-teiliger Jugendbuchreihe „Die wilden Hühner“ in Szene gesetzt.

Upcoming
Beschlossen wurde dagegen bekanntlich die Adaption von „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James. Nach vielen Gerüchten wurde kürzlich offiziell bekannt gegeben, dass die Britin Sam Taylor-Johnson („Nowhere Boy“) die Regie der Bestseller-Adaption um die Sex- und Liebesgeschichte zwischen der 21-jährigen Literaturstudentin Anastasia Steele und dem 27-jährigen Milliardär Christian Grey übernehmen wird. Die Umsetzung dieser Vorlage dürfte nicht nur wegen der BDSM-Szenen schwieriger sein, als die Adaption der in dieser Hinsicht zum Beispiel braven „Twilight“-Reihe. Man darf schon ein wenig gespannt sein, ob der Film auf eine ebensolche (verblüffende) Resonanz stoßen wird wie die Bücher und somit der Adaption von Teil 2 und 3 den Weg bereiten wird. Einem anderen, längst überfälligem und kommerziell vielversprechendem Unterfangen hat sich Paul Feig („Bridesmaids“) zugewandt: Der hofft mit „Susan Cooper“ für 20th Century Fox ein erfolgreiches Franchise um einen weiblichen James Bond an den Start bringen zu können.

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