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Serientrend: Horror

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Mystery Mix
„Unglaubliche Geschichten“ sind zwar schon seit „The Twilight Zone“ (1959) Bestandteil des Serienfernsehens, an Sendeplätzen gewonnen haben sie jedoch in den 1990ern mit Kultserien wie „Twin Peaks“ (1990 – 1991) und „Akte X“ (1993 – 2002). Zum Fixstarter im Fernsehprogramm avanciert ist das  Mystery-Genre mit Serien wie „Lost“ (2004 – 2010) und „Fringe“ (seit 2008). In den Nuller-Jahren waren es außerdem alte Bekannte aus Mythen und Legenden, die in Fantasy-Drama-Serien wie zum Beispiel „Supernatural“ (seit 2005) und „The Vampire Diaries“ (seit 2009) das Genre aufmischten. Seit 2011 begeistern Mystery-Serien mit Bezügen zu Märchen, so wurde nicht nur die quotenstarke Serie „Once Upon a Time“ (ABC) verlängert, sondern auch die Fantasy-Serie „Grimm“ (NBC).

Horror im Serienfernsehen
Alte Bekannte aus dem Horror-Genre taumeln seit 2010 grummelnd durch die äußerst erfolgreiche Serie „The Walking Dead“ (AMC). Allerdings hält sich der Horror der Serie in Grenzen, denn die gelegentlich auftauchenden Zombies sind eigentlich nur dazu da, den Druck zu erhöhen, wenn gegnerische Menschengruppen in einer postapokalyptischen Welt zum dramatischen Showdown aufeinander treffen. Dennoch dürfte „The Walking Dead“ keine geringe Rolle für den Trend zum seriellen Horror spielen, denn mit der Adaption der gleichnamigen Comic-Serie von Robert Kirkman ist das Mystery-Genre im Fernsehen zur Begeisterung der Zuschauer/innen düsterer geworden. Womit ein weiteres Wagnis des Senders AMC („Mad Men“, „The Breaking Bad“) mit Lob und beeindruckenden Einschaltquoten belohnt wird.

Die Übergänge im Fantasy-, Mystery-, Horror- und Thriller-Genre sind bekanntlich fließend. Bisher waren Horrorelemente eine in Primetime-tauglicher Dosis eingesetzte Zutat in der Unterhaltungsserie. Wenn man nicht nur in eine fantastische Welt versetzt werden, sondern sich vor Spannung im Sofakissen festbeißen und gelegentlich vor Schrecken laut aufschreien wollte, musste man tendenziell zu anderen Programmen greifen. Spätestens seit die Horror-Anthologie „American Horror Story“ (FX, seit 2011) positiv aufgenommen wird, ist aber ein Trend zur schweißtreibenden Horror-Serie auszumachen. Die genannte Anthologieserie kann in der Tradition älterer Horroranthologien wie zum Beispiel der britischen ITV-Serie „Hammer House of Horror“ (1980) oder der Showtime-Serie „Masters of Horror“ (2005 – 2007) gesehen werden. Für die 26 Episoden der Letzteren zeichneten Genreexperten wie John Carpenter und John Landis, aber auch Horror-Ikonen wie der Italiener Dario Argento und der Japaner Takashi Miike verantwortlich. Am gegenwärtigen Trend nicht unbeteiligt ist wie immer die britische Serie. Um eine mehrfach ausgezeichnete Mini-Horror-Serie handelt es sich zum Beispiel bei „The Fades“ (BBC, 2001). In der vom Briten Jack Thorne („Skins“, „This is England“) geschaffenen Serie geht es um den jungen Paul, der in einen Kampf zwischen den Lebenden und den Toten verstrickt zu sein scheint.

Nicht alle in den letzten Jahren gestarteten US-Horror-Serien können als Erfolg verbucht werden, so wurde die gruselige Fantasy-Serie „666 Park Avenue“ (ABC) 2012 nicht verlängert, das hinderte aber andere Sender nicht daran, Horror-Serien in Auftrag zu geben. Zuletzt startete das im Vergleich zu „Das Schweigen der Lämmer“ wenig furchterregende Crime-Drama „Hannibal“ (NBC). Dieses wird in diesem Zusammenhang hauptsächlich deswegen erwähnt, weil es bislang  besser besprochen wurde, als das ebenfalls gerade gestartete Prequel von „Psycho“. Unter dem Titel „Bates Motel“ (A&E) wird die Beziehungsgeschichte des jugendlichen Norman Bates und seiner Mutter erzählt. Trotz gemischter Kritiken beim Publikum gut angekommen ist zuletzt die Horror-Serie „Hemlock Grove“ (nach einem Roman von Brian McGreevy), deren gesamte erste Staffel auf Netflix veröffentlicht wurde.

Upcoming
In Entwicklung sind mehrere Horror-Serien, die in ihrer Promotion jedenfalls auf gewichtige Namen zurückgreifen können. Hinter „Penny Dreadful“ (Showtime) stehen zum Beispiel Autor John Logan („Noah“, „Skyfall“, „Hugo Cabaret“) und Regisseur Sam Mendes („Skyfall“, „Jarhead“, „American Beauty“). In dieser Serie treiben aus der Literatur bekannte Bösewichte im viktorianischen London ihr Unwesen. Die Chancen stehen gut, dass Mendes beim Piloten der voraussichtlich im Herbst 2013 startenden Serie Regie führen wird. Zur Zeit wird auch der Roman „Under the Dome“ von Stephen King von Brian K. Vaughan („Lost“) für CBS in die Serienform gebracht. Beim Piloten Regie führen wird der Däne Niels Arden Oplev („The Girl with the Dragon Tattoo“). Angekündigt wurde eben auch, dass MTV einen Piloten in Auftrag gegeben hat, der auf „Scream“ basiert. Dass Horror-Urgestein Wes Craven Regie führen soll, wird die Fans des „Scream“-Franchise freuen.

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Serientrend: Horror

  1. gratuliere zum werbevertrag😉

    Verfasst von gregsi | April 27, 2013, 2:13 pm
  2. Auch, wenn ich ein Fan von ‚The Walking Dead‘ bin, verstehe ich nicht die Einschalt-Rekorde nicht, die diese Serie hat. Der Hype um Zombies ist irgendwie irreführend und bei vielen Menschen beinahe schon fanatisch (Beispiel: Zombie-Hochzeit). Ich denke, dass der Trend mit Ende der Dritten Staffel, sich auf eine Tief zubewegt. Das heißt, dass Filmemacher schnell auf den Zombie-Zug springen sollten, bevor dieser abfährt.

    Verfasst von Jochen | Mai 15, 2013, 12:52 pm
    • jochen,

      danke für den link zur zombie-hochzeit LOL

      da es sich bei „the walking dead“ um ein komplexes gruppen-beziehungs-drama handelt, kann das noch ziemlich lang weitergehen. die geschichte/entwicklung von carl zum beispiel wird gerade erst so richtig spannend.
      entwicklung/qualität/erfolg der serie verdankt sich vermutlich größtenteils dem schöpfer der comics, robert kirkman, der ist die konstante in dem team. die serie bekommt nach frank darabond und glen mazzara mit scott gimple bereits den dritten showrunner.

      zum zombietrend: nachdem gerade mal von der zombie-romance („warm bodies“) über die zombie-action („world war z“) bis zur zombie-comedy („zombieland“) alles durchdekliniert wurde, könnte ich mir auch vorstellen, dass das jetzt mal wieder abflaut.

      apropos flaute und „zombieland“: amazon hat gerade einen piloten zur serie „zombieland“ (nach dem gleichnamigen spielfilm) veröffentlicht. ob es ausreichend interesse unter den streamingkunden von amazon geben wird, um damit in serie zu gehen. darf aber bezweifelt werden.

      so long

      Verfasst von Angleika | Mai 17, 2013, 5:37 pm

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