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Genre, Mockumentary/Faux-Found-Footage

Chronicle: „Carrie“ meets „Jackass“

Ein Faux-Found-Footage-Film über einen jugendlichen Rächer mit telekinetischen Fähigkeiten. Klingt vertraut, oder?

„Chronicle“ ist nach „The Blair Witch Project“, „Cloverfield“ und „Paranormal Activity 1“ der nächste Found Footage Film, der sich gemessen an den Produktionskosten als Erfolg am Box Office erwiesen hat. Dass Faux-Found-Footage-Filme weiterhin Rekorde brechen, wird u. a. mit der um sich greifenden Selbstdokumentations- und -präsentationswut der heutigen Youngsters erklärt. Ein anderer Grund könnte auch darin zu finden sein, dass sich diese Gattung besonders gut für virales (Web)Marketing eignet. In „Chronicle“ geht es um drei Jugendliche mit telekinetischen Fähigkeiten, die auch fliegen lernen. Die Macher/innen von „Chronicle“ haben folglich zu PR-Zwecken drei Körper in den Himmel über dem schwer zu erobernden Publikum von NYC aufsteigen lassen.

Form
Die Marketingstrategien einmal beiseite gelassen: „Chronicle“ hat einige bemerkenswerten Aspekte, die Kameraführung ist eine davon. Das „Footage“ stammt vorgeblich zum größten Teil aus der Kamera des Protagonisten, zwischendurch müssen aber auch die Kamera einer Videobloggerin und diverse Überwachungskameras herhalten. In der weder neuartigen, noch besonders konsistenten Vorgangsweise bei der Materialsammlung liegt nicht das Bemerkenswerte des Films, eine formale Besonderheit besteht aber darin, dass sich aus der Logik der Geschichte bzw. der telekinetischen Fähigkeiten des Protagonisten ergibt, dass die Kamera jede Position einnehmen kann. Dadurch ergeben sich  interessante Perspektiven und im Verlauf der Entwicklung des Protagonisten ein passenderweise zunehmend gottgleicher Blick. Somit ist „Chronicle“ ein gutes Beispiel dafür, wie sich Inhalt und Form bzw. Charakterentwicklung und Kameraführung  auseinander ergeben können.

Superheldenmotiv
Dass die jugendlichen Superhelden keine Ambitionen zur Weltrettung haben ist nicht unbedingt neu, denn schon Hancock hat mehr geschadet als genutzt, das im Zentrum der kollektiv lustvollen Aneignung von Superkräften ein gefährlich wütender Superhelden-Villain heranwächst, ist aber mal was anderes. Dazu passt dann auch der „Jackass“-Stil, in dem die Action in „Chronicle“ dargestellt wird.

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