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Adaption, Spieleadaption

Franchise: Das Spiel mit der Strategie

Brettspielverfilmungen: Risiko, Battleship, Trivial Pursuit, Monopoly u.a.

2008 kaufte Universal vom Spielehersteller Hasbro die Rechte an einer Vielzahl von Brettspielen: Ouija, Cluedo (das 1985 schon einmal verfilmt wurde), Monopoly und Battleship (Schiffe versenken). Die Verfilmung des letzteren kommt – von Peter Berg adaptiert – nächstes Jahr ins Kino (siehe unten).

Fallen gelassen hat Universal inzwischen die Adaptionen von Cluedo und Ouija. Cluedo-Regisseur Verbinski (Pirates of the Caribbean Franchise) und der Ouija-Produzent Michael Bay sind aber auf der Suche nach neuen Partnern. Relativ ruhig ist es auch um die Adaptionen von Candyland und Trivial Pursuit geworden. Heftig im Gespräch sind dagegen Monopoly, das von keinem geringeren als Ridley Scott verfilmt werden soll und Monsterpocalyps, dessen Adaption sich Tim Burton annehmen wird. Die Rechte am Brettspiel Risiko sicherte sich Sony Pictures.

Risiko (Autor: John Hlavin)
Es wäre gewagt, zu hoffen, dass Brettspieladaptionen irgendwie neuartige Erzählweisen, Figuren oder Themen hervorbringen könnten, aber immerhin: Wenn man – angesichts einer relativ großen Fangemeinde – die Konventionen von Strategiespielen in deren Verfilmung einbringen kann, könnte das durchaus etwas Eigenständiges hervorbringen. Dass für die Risiko-Adaption John Hlavin gewählt wurde, lässt zumindest aufhorchen: Wer wäre für eine Adaption des Strategiespiels besser geeignet als ein Autor von „The Shield“, jener Serie, in der der beispiellose Super-Stratege Vic Mackey im Zentrum steht.

Risk Board
Image by Nathan Huth

Lola rennt (Regie: Tom Tykwer)
Wie eine Brettspielverfilung aussehen könnte, hat schon einmal ein Film gezeigt, der gar keine Brettspielverfilmung ist: „Lola rennt“ . Lola bewegt sich wie auf einem Spielbrett durch Berlin. Sie ist eine Spielfigur, die immer wieder an den Start zurück muss. Verstärkt wird der Eindruck einer Spielfigur beispielhaft durch die Kameraperspektive.

Battleship (Regie: Peter Berg)
Aber zurück zu den Hoffnungen: Wenn man einen Blick auf das erste, schon weiter oben erwähnte, Ergebnis von bevorstehenden Brettspielverfilmungen wirft, wird die Hoffnung enttäuscht. Bestätigt wird dagegen der Verdacht, dass es sich bei den „Brettspielverfilmungen“ in erster Linie um einen Marketing-Zug handelt, mit dem die beliebteste Zielgruppe in ihrem Spielzimmer „abgeholt werden“ soll. „Battleship“ hat wenig mit dem Brettspiel zu tun, dessen Namen es benutzt und das Ergebnis ist von anderen 08/15-Action-Filmen auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden.

Monsterpocalypse (Regie: Tim Burton)
Dass Tim Burton das Brettspiel Monsterpocalypse auf interessantere Weise verfilmen könnte, dazu besteht aber trotzdem noch, ja, Hoffnung. Hier handelt es sich um Spiel, bei dem zwei Spieler zunächst eine Stadt aufbauen und darin dann Miniatur-Monster-Figuren in den Kampf schicken. Abgesehen davon, dass fantastische Figuren eine Spezialität von Regisseur Burton sind, gehören Schlachten, in denen Städte von in „Monster-Schlachten“ zerstört werden, nicht erst seit Crossover-Filmen wie „King Kong gegen Godzilla“ (1974) oder „Aliens vs. Predators 2“ (2007) zum Standard-Repertoire von Hollywood. Dass Burton – der zuletzt erfolgreich (Box Office: 1 Milliarde $) das Kinderbuch „Alice im Wunderland“ verfilmt hat – die Brettspielverwertungsstrategie nicht ungenutzt vorbeiziehen lässt, ist naheliegend.

Monopoly (Regie: Ridley Scott)
Weniger naheliegend scheint auf den ersten Blick, dass sich Ridley Scott der Verfilmung des Brettspiels Monopoly annehmen soll. Auf den zweiten Blick wiederum kann man sich einen Film, in dem es um Grundstücksimperien und Besitzsrechte geht, in mehreren Genres gut vorstellen. Ob dieser Film – und das gilt für alle anderen Brettspielverfilmungen – darüber hinaus in Bezug auf Form, Ästhetik oder Rhythmus aus dem Spiel heraus etwas Interessantes und Eigenständiges entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Genauso, wie abzuwarten bleibt, ob die Brettspielfans dem Ruf ins Kino auch folgen werden, denn nur weil das bei den Bildschirm- und Bewegtbildaffinen Videogamern ganz gut funktioniert, muss das noch lange nicht für die Brettspielnerds gelten. Gut möglich, dass sich mit dieser Strategie ein paar neue Film-Franchises begründen lassen, aber vielleicht auch nicht.

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