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Serien

Serien: Upfront Week in NYC 2011

Eine Auswahl aus den neuen Serien mit Fokus auf Drama, Mystery  und Sci-Fi

AWAKE
Wer ist Kyle Killen? Killen ist der Autor, der mit dem Drehbuch „The Beaver“ 2008 auf Platz eins der begehrten „Black List“ (Liste der besten nicht produzierten Drehbücher in Hollywood) gelandet ist, das bald darauf von Jodie Foster mit Mel Gibson in der Hauptrolle verfilmt wurde. Letzterer wurde dann aber wieder einmal auffällig, weswegen der Release von „The Beaver“ bis jetzt auf sich warten ließ. Kyle Killen ist auch der Mann, der in der letzten TV-Saison damit für Aufsehen gesorgt hat, dass seine Serie „Lone Star“ trotz positiver Kritiken und unter großem Fan-Lamento, nach zwei Episoden wieder abgesetzt wurde. Und: Kyle Killen ist der Mann hinter „Awake“, einer viel versprechenden NBC-Show, die gerade bei den Upfronts, der alljährlichlichen Vorausschau der Network- und Kabelsender in NYC, präsentiert wurde. Wie schon bei „Lone Star“ geht’s in gewisser Weise auch bei „Awake“ (früher REM) um einen Mann mit Doppelleben: Detective Michael Britten wacht nach einem Autounfall aus dem Koma auf und findet sich in einer merkwürdigen Realität mit zwei Parallelwelten wieder: In der einen hat sein Sohn überlebt, in der anderen seine Frau. Beim Piloten Regie geführt hat David Slade („Hard Candy“, „Eclipse – Biss zum Abendrot“). [Update vom 29.12.2012: The Who, What, When, Where, And Why Of AWAKE’s Cancellation]

Eine andere neue Serie, in der ein Mann seiner toten Ex-Frau begegnet, ist „A gifted Man“. [Update: 29.12.2012: Die Serie wurde nach einer Staffel eingestellt]

PAN AM
Wie in einem Flix-Podcast zur Serie „Mad Men“ schon ausführlich besprochen wurde, ist die Serie um Don Draper & Co. u.a. wegen der Veranschaulichung vom Wandel der Geschlechlechterrollen im Spannungsfeld einer in den 60er-Jahren von Männern dominierten Welt der Werbung, wo Frauen Zuarbeiterinnen und Augenschmaus zu sein hatten, höchst spannend. Zwei neue Serien, die in derselben Zeit spielen, orientieren sich hoffentlich an diesem Konzept. Das könnte sich in dem einen Fall als Zuspitzung hierarchischer Geschlechterbeziehungen in „The Playboy Club“ (NBC) und im anderen Fall als Dekonstruktion dessen, was eine ideale Frau in den 60ern im Vergleich zu heute zu sein hatte („Pan Am“, ABC), herausstellen. Betonung auf „könnte“. Das Setting von „Pam Am“ jedenfalls verspricht im Hinblick auf Geschlechterrollen, Berufsbilder, Arbeitswelt und Lifestyle im Wandel der Zeiten thematische Relevanz und in Hinblick darauf, welches Personal hier in einer pulsierenden Zeit an einem pulsierenden Ort zusammen trifft, großes emotionales Spannungspotential. Auch der Cast ist viel versprechend, nicht zuletzt wegen  interessanter Gesichter von Darsteller/innen wie Christina Ricci und Michael Mosely. [Update vom 29.12.2012: Die Serie wurde nach einer Staffel eingestellt, könnte aber von Amazon Studios weiter entwickelt werden]

HELL ON WHEELS
Apropos „Mad Men“: Der US-Kabelsender AMC, der erst in den letzten 10 Jahren so richtig in die Serienproduktion eingestiegen ist und zuletzt mit „Mad Men“ und „Breaking Bad“ zu den großen Abräumern gehört hat, setzt seinen Erfolg offenbar nicht so leichtfertig auf’s Spiel: AMC wird mit keinem von sechs entwickelten Projekten in Serie gehen. Zwei Projekte sollen allerdings noch einmal in die Entwicklung zurück geschickt werden: Eine Rennfahrer-Serie und eine SciFi-Serie rund um eine NASA-Wissenschaftlerin und den ersten Kontakt mit Außerirdischen („The Voyage“ von „Breaking Bad“-Autor John Shiban). Einen (schön länger bekannten) neuen Fixstarter dürfte es aber auch von AMC geben: Mit der thematisch viel versprechenden Western-Serie „Hell on Wheels“, in der es um den Bau der transkontinentalen Eisenbahn in den Vereinigten Staaten geht, könnte AMC wieder ein heißes Eisen im Feuer haben. Hier sind mit Joe und Tony Gayton allerdings nicht unbedingt die erfahrensten Serienautoren am Werk (was man dem Trailer aber nicht unbedingt anmerkt). [Update vom 29.12.2012: Die Serie bekommt 2013 bereits die dritte Staffel]

ALCATRAZ
„Alcatraz“ ist eine der beiden neuen Serien von „Lost“-Schöpfer J.J. Abrams, von dem demnächst auch der mit Spannung erwartete „Super 8“ ins Kino kommt. Die legendäre Gefängnisinsel vor San Francisco ist Schauplatz mysteriöser Vorgänge: Eine Gruppe von Sträflingen, die vor 30 Jahren spurlos auf Alcatraz verschwand, taucht plötzlich wieder auf. [Update vom 29.12.2012: Die Serie wurde eingestellt]

PERSON OF INTEREST
Der Trailer zu seinem anderen Piloten bei den diesjährigen Upfronts ist weniger aufregend: In „Person of Interest“ heuert der Milliardär Finch (Michael Emerson, „Lost“) den Ex-CIA-Mann Reese (Jim Caviezel) an, um gemeinsam mit diesem mit Hilfe einer „Zukunftstechnologie“ das Verbrechen in New York City zu bekämpfen. Verdächtige Personen (Person of interest) sollen aufgespürt und so mögliche Verbrechen in der Zukunft verhindert werden. Da die Testscreeings gut gewesen sein sollen und mit J.J. Abrams und Jonathan Nolan (Co-Autor bei den meisten Filmen seines Bruders) zwei bewährte Autoren hinter dem Projekt stehen, sollte man die Serie wohl trotz des nicht gerade viel versprechenen Videos im Auge behalten. [Update vom 29.12.2012: Die zweite Staffel läuft derzeit]

THE RIVER
Nicht nur etablierte Vertreter/innen des Mainstreamkinos finden den Weg ins qualitativ mehr oder weniger hochwertige TV, sondern auch junge Indie-Filmer, z. B. präsentiert ABC bei den Upfronts mit „The River“ eine Serie von Oren Peli, der erst vor ein paar Jahren mit der Low-Budget-Produktion „Paranormal Activity“ auf der Bildfläche erschienen ist, seitdem aber paranormal abhebt. Mit den Found-Footage-Elementen und der Art der Darstellung des Unheimlichen ist „The River“ unverkennbar ein Produkt von Peli, auch wenn er beim Piloten weder Regie führt noch einen Autorencredit hat. [Update vom 29.12.2012: „The River“ wurde eingestellt, aber auch an dieser Serie hat sich Netflix interessiert gezeigt]

CATFISH
Die anderen Newcomer, die sich mit einer Indie-Doku Zugang zum TV-Business verschafft haben könnten, sind die Brüder Schulman. Angeblich entwickelt MTV eine Serie, die auf deren von kontroversiellen Spekulationen (fake oder real?) begleiteten Doku „Catfish“ basiert. [Update vom 29.12.2012: Die Serie ist im November auf MTV angelaufen]

Best of the Rest
Insgesamt kann man sagen, dass Mystery wieder sehr präsent ist (z.B. „Alcatraz“, „The River“) und der Trend zu historischen Serien anhält (z.B. „Pan Am“, „Hell on Wheels“). Wie Serienjunkies in seinem Upfront Resümme schreibt, ist demnächst auch mit Hexen („The Secret Circle“) und anderen Märchenfiguren („Once Upon a Time“, „Grimm“) zu rechnen. [Update vom 29.12.2012: Beide Serien erfolgreich gelaufen und um eine zweite Staffel erneuert worden].
In den Comedys fällt auf, dass es in den neuen Serien viele weibliche Hauptfiguren (z.B. „Whitney“, „I hate my Teenage Daughter“ oder die „Zooey Deschanel“-Serie „New Girl“) und nicht wenige „entmannte“ Männer gibt („Man Up!“, „Work it“, „Last man standing“, „How to Be a Gentleman“) .

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  1. Pingback: Serien: Rückschau auf die Serienstarts von 2011 « Flix - Dezember 29, 2012

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