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Adaption, Biografie

WikiLeaks/Assange Filmprojekte in der Pipeline

Von Helden und Anti-Helden
Nachdem die Story von Internet-Entrepreneur Zuckerberg weltweit über 200 Mio. $ eingespielt hat, soll demnächst Internet Whistleblower Julian Assange die Kinokassen rocken. Derzeit werden Bücher und Artikel aufgekauft, die über WikiLeaks und seinen umstrittenen Frontmann publiziert wurden (und damit sind nicht die Artikel über die mutmaßlichen Sexualdelikte gemeint). Wie schon bei der Adaption der Facebook-Story – Ben Mezrich’s „The Accidental Billionaires“ diente als Vorlage – sollen nun auch für die WikiLeaks-Verfilmung Publikationen herangezogen werden, um die mühselige Rechteklärung zu vereinfachen. So hat sich Steven Spielbergs Studio Dreamworks  die Rechte an zwei Büchern gesichert: „Inside WikiLeaks“ vom ehemaligen Assange-Weggefährten Daniel Domscheit-Berg alias Daniel Schmitt und „WikiLeaks: Inside Julian Assange’s War on Secrecy“ von David Leigh und Luke Harding. In Letzterem preisen die beiden Guardian-Journalisten Assange und den Medien-Coup, den sie gemeinsam mit ihm gelandet haben. Internetnachrichten zufolge soll Dreamworks einen Enthüllungsthriller planen. [Update vom 29.11.2012: Drehbeginn für „Inside Wikileaks“-Adaption im Januar]
In eine etwas andere Genre-Richtung könnten die Pläne von Drehbuchautor Mark Boal („The Hurt Locker“) zielen, der sich mit Partnern – u.a. Megan Ellison  („True Grit“) – die Rechte an einem Artikel des New York Times Magazine gesichert hat, in dem Assange weniger heldenhaft dargestellt wird („The Boy Who Kicked the Hornet’s Nest“).
Regisseur Paul Greengrass („United 93“, „The Bourne Ultimatum“) wiederum wurde in Zusammenhang mit der Verfilmung der Autobiografie genannt, die Julian Assange für 1,5 Mio $ schreiben soll. Dass Assange damit einverstanden ist, dass ausgerechnet Greengrass – der mit „United 93“ einen der interessantesten Beiträge zu 9/11 geliefert hat – seine Autobiografie verfilmen soll, ist zumindest interessant. Man darf gespannt sein, was dabei heraus kommt.
Einen Film, der auf einem Artikel im New Yorker basiert, planen HBO/BBC („No Secrets: Julian Assange’s Mission for Total Transparency“ von Raffi Khatchadourian). [Update vom 14.6.2011: Rowan Joffe (The American, 28 Weeks Later) soll das Drehbuch dazu schreiben.]

Von Verrätern und Komplizen
Über Pläne, jenen Mann ins Bild zu setzen, der WikiLeaks und Julian Assange erst so richtig zum Durchbruch verholfen hat, ist bisher nichts bekannt. Bradley Manning hat das Material geliefert, das WikiLeaks gebraucht hat, um Medien-Kaliber wie „The Guardian“, „The New York Times“ und „Der Spiegel“ in das Enthüllungsboot zu holen. Zu dem von Manning gelieferten Material soll nicht nur das Video „Collateral Murder“ zählen, sondern auch Einsatzberichte aus Afghanistan und Irak, sowie die über 251.000 Depeschen der US-Diplomaten. Während Journalisten nun Artikelrechte verkaufen und Assange und Domscheit-Berg Buchdeals abschließen, geht Manning ins Gefängnis. Nachdem die Zahl der Anschuldigungen gegen Manning von 8 auf 22 erhöht wurden, droht ihm jetzt die Todesstrafe. Die Veröffentlichungen, die es zu Manning gibt, sind dann auch anderer Art: Nachdem die Haftbedingungen kürzlich erneut verschärft wurden, veröffentlichte sein Verteidiger David E. Coombs ein Haftprotokoll. Auf dieses bezieht sich Mannings Vater auch in einem Interview mit PBS/Frontline, in dem er verrät, dass er seinen Sohn dazu überredet habe, der Army beizutreten.

Der Geschichte von Manning Junior wird man sich in den USA wohl nicht so bald annehmen. Umso eiliger hat man es verständlicherweise mit der Story des Australiers Assange. Ob die Eile mehr mit dem Konkurrenzdruck zu tun hat oder ob sie in Zusammenhang mit der Sexualaffäre von Assagne steht, ist etwas, was vielleicht nie geleakt werden wird. Aber so viel liegt auf der Hand: Es gibt eine Menge Leute, die diese Geschichte, die – je nach Sichtweise – reich an Helden, Antagonisten, Freunden und Feinden, Verrätern und Komplizen ist, auf ihrem Konto verbucht sehen wollen.

Update vom 27.05.2013: WikiLeaks goes to war with Alex Gibney over ‚We Steal Secrets‘Update vom 29.05.2013: WikiLeaks hat ein kommentiertes Transkript des Dokumentarfilms „We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks“ (Regie: Alex Gibney) online gestellt.

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