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Serien, TV

Recap: Serienstarts der Herbstsaison

Hawaii Five-O

Image by Kanaka Menehune via Flickr

Erfolge und Misserfolge und der Sonderfall „Lone Star“

Im Frühjahr wurde hier über die Serien berichtet, die in diesem Herbst in den USA an den Start gehen würden. Nachdem die Saison nun schon ein paar Wochen alt ist, rekapitulieren wir, welche Ideen das Interesse der TV-Zuseher/innen wecken konnten und welche in ihrer Umsetzung enttäuscht haben. Herausragende Ideen sind insgesamt rar geblieben, als eine der besseren wird überraschenderweise „Lone Star“ bewertet, wenn auch zu spät.

„$#*! My Dad Says“ hat eher die Zweifel am Konzept als die ebenfalls bestehenden positiven Erwartungen bestätigt. Als Gründe für den mäßigen Erfolg werden immer wieder der sperrige Titel und William Shatner als Fehlbesetzung für die Rolle des unflätigen Dad genannt. Bei der jungen Zielgruppe ist die Serie aber beliebt, so wurden trotz des mäßigen Erfolgs neue Folgen bestellt.  Die Tragfähigkeit von Twitter-Tweets für das Serienformat wird jedenfalls nicht grundsätzlich bezweifelt, denn CBS hat sich inzwischen die Rechte an einer weiteren Twitter-Serie gesichert (Ashton Kutcher produziert).

CBS
Von diesem bescheidenen Shit-Dad-Erfolg geht’s für CBS in diesem Herbst dann nur aufwärts: Für alle fünf gestarteten Serien des Senders wurden weitere Episoden in Auftrag gegben. „Hawaii Five-O“, „Mike & Molly“ und  „Blue Bloods“ zählen sogar zu den beim (älteren) Publikum erfolgreichsten Neustarts der Herbstsaison. Im Comedy-Format „Mike & Molly“ von Chuck Lorre („Two and a Half Men“, „The Big Bang Theory“) geht es um die Romanze zweier so abspeckwilliger wie übergewichtiger Menschen, die sich bei den Treffen der Anonymen „Overeaters“ ineinander verlieben.


Im Polizeifamilien-Drama „Blue Bloods“ spielt Tom Selleck das Oberhaupt einer New Yorker Familie, die seit mehreren Generationen im Polizeidienst steht. Serienerfinder sind die Sopranos-Autoren Mitchell Burgess und Robin Green.

Die auf Flix im Mai als viel versprechend beschriebene Serie „Raising Hope“ über einen White-Trash-Alleinerzieher  läuft so gut, dass die Verlängerung schon länger fix ist. Für „No Ordinary Family“ , die Serie über eine Superheldenfamilie, gilt ähnliches.
Bestätigt haben sich auch die Zweifel, die die Trailer zur Office-Sitcom „Outsourced“ und zum Mockumentary-Format „My Generation“ nach der Sichtung im Mai eingestellt haben. So wurde die Produktion von „My Generation“ bereits eingestellt. Trotz kritischer Stimmen kommt die NBC-Serie „Outsourced“ aber immerhin beim Publikum so gut an, dass sie erstmal verlängert wurde. Ein anderer NBC-Neustart, der ebenfalls verlängert wurde, ist „The Event“.

Lone Star
Ein interessantes Lehrbeispiel ist die Serie „Lone Star“. Dessen Trailer hat uns nicht gerade im Sturm erobert: Ein Hochstapler, der mit der Hochstapelei aufhören und nur mehr ein Doppelleben führen will, aber von seinem Hochstapler-Vater daran gehindert wird? Eine brünette reiche Frau im einen, eine blonde reiche Frau im anderen Leben? Darauf wollte sich außer uns auch sonst kaum jemand einlassen, daher wurde die Serie bereits nach der zweiten Folge abgesetzt. Nur: Das Bedauern darüber ist groß. Die Serie konnte bei den Kritiker/inne/n punkten und deren Absetzung traf bei den wenigen Fernsehzuschauer/inne/n, die eingeschaltet haben, auf großes Unverständnis. Ob der Sex, die irrwitzige Prämisse oder die ambivalente Moral für die unerwartete Zustimmung verantwortlich sind, kann wohl nicht mehr so einfach überprüft werden.

Fazit: Im Fall von „Mike & Molly“ und „Blue Bloods“ dürften sich Experten ihres Genres zwar keiner allzu originellen Ideen angenommen, diese aber in gewohnt hochwertiger Qualität umgesetzt haben und dafür (von einen älteren Zielgruppe) mit Vertrauen und Zustimmung belohnt worden sein. „Lone Star“-Erfinder Kyle Killen – der zuvor nur durch einen Platz auf der begehrten Black List auf sich aufmerksam gemacht hatte – dürfte dagegen trotz einer originellen und gut umgesetzten Idee an diffusen Vorbehalten gescheitert sein. Es wird jedenfalls ausgiebig nach Erklärungen für die Publikumsverweigerung in Sachen „Lone Star“ gesucht, eine der weniger ausgeklügelten lautet: In der heutigen Krisenzeit will niemand einen gutaussehenden Hochstapler sehen, der zwei Frauen verarscht, die keinen anderen Fehler gemacht haben, als ihn zu lieben.

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