//
du liest...
Serien, TV

Serien News von den Upfronts

[1] A Hazy Day in New York City
Image by caruba via Flickr

Bei den alljährlich im Mai in New York stattfindenden Upfront Events, einer Vorausschau der großen US-Broadcaster (NBC, FOX, ABC, CBS und The CW) haben die Sender wieder ihre besten Promoter auf die Bühne geschickt, um die Programme für die nächste TV-Saison bekannt zu geben und die neuen Serien-Formate potentiellen Inserenten schmackhaft zu machen.

„You seen my cell phone?“
„What’s it look like?“
„Like two horses fucking. It’s a phone, son. It looks like a phone.“

Solche Antworten hat der von William Shatner gespielte Haudegen Ed Goodson parat, der in „$#*! My Dad Says“ den Vater von zwei erwachsenen Söhnen spielt. Vorbild für Ed Goodson ist ein ehemaliger Nuklearmediziner. Dessen Sohn, der unbekannte Comedy-Autor Justin Halpern (Interview), hat im Sommer 2009, nachdem er notgedrungen wieder beim Vater unterschlüpfen musste, den Twitter Feed „$#*! My Dad Says“ gestartet. Mittlerweile teilt Halper die markigen Sprüche seines Alten nicht nur mit ca. 1,4 Mio. Followern auf dem beliebten Mikroblogging-Dienst, sondern demnächst auch mit den Zuseher/innen der gleichnamigen Sitcom. Der Buzz um „$#*! My Dad Says“ ist der Backstory um die Entstehung der Serie – unbekannter Autor wird auf Twitter entdeckt, der unkonventionellen Hauptfigur und der Aufregung, die das S-Wort im Titel ausgelöst hat, geschuldet. In Anbetracht der hohen Erwartungen auf einen Erfolg der Serie, bleibt abzuwarten, ob es auch gelingt die derben Sprüche in gute Geschichten zu verpacken und ob die Entscheidung der Show-Macher, das (mäßig attraktive) Vater-Söhne-Ensemble in den wichtigen Nebenrollen ausgerechnet mit drei hübschen Blondinen zu komplettieren, von den Zuseher/innen goutiert wird.

Mit „Raising Hope“ von Greg Garcia („My name is Earl“) ist ein 21minütiges Comedy-Format angekündigt, dessen Trailer bereits einen guten Einblick in das Familien-Ensemble gibt, in dessen Mitte der 25 Jahre alte Jimmy Chance beabsichtigt Baby-Girl Hope großzuziehen. Dazu gehören Jimmys Eltern, die sich schon bei seiner Aufzucht erziehungsunwillig gezeigt haben und schräger Verwandtschaftsanhang in Gestalt eines Cousins und einer Maw Maw. Kompetente Ratschläge sind von keinem Familienangehörigen zu erwarten, aber immerhin gute Herzen. Nicht nur Hilfe, sondern auch eine Romanze verspricht der Trailer dagegen mit der schlagfertigen und bevorzugt Lolly schleckenden Supermarktkassiererin Sabrina.
Alleinerzieher/innen sind im Fernsehen nicht mehr neu („Gilmore Girls“, „Für alle Fälle Amy“) und auch Väter, die wie die Jungfrau zum Kind kommen, sind im Kino verbreitet, auf die Variation „jung, männlich, erfolglos mit Baby namens Hope“ darf man aber dennoch gespannt sein, zumal man davon ausgehen kann, das die Namen „Chance“ und „Hope“ Programm sind.

Zwei neue Serien, die sich mit der globalisierten (Arbeit)Welt beschäftigen, sind die im Mockumentary-Stil inszenierte Serie „My Generation“ und die auf dem gleichnamigen Spielfilm aus dem Jahr 2006 basierende Call-Center-Serie „Outsourced“.
„My Generation“ trifft einen breit getretenen Nerv unserer Zeit: Wo siehst du dich in zehn Jahren? Der „Mockumentary-Stil“ bietet sich dafür auch an, aber man kann nur hoffen, dass der Spagat zwischen High-School-Look und Docu-Stil in der Umsetzung besser gelingt, als der Trailer das vermuten lässt.
In 21-Minuten Episoden widmet sich „Outsourced“ Cultur-Clash-Themen inklusive Romanze. Eine amerikanische Firma der Scherzartikel-Branche aus dem Mittleren Westen lagert ihr Call-Center nach Indien aus. Das Setting ist durchaus ambitioniert, der Trailer ruft aber gemischte Reaktionen hervor.

Nach einem – im Vergleich mit dem Kino – an Superheldenserien rarerem Fernseh-Jahrzehnt (Smallville, Buffy, Heroes) bekommen heuer mit „No ordinary family“ und „The Cape“ gleich zwei – wenn auch sehr unterschiedliche – Superhelden-Serien grünes Licht. Die Dramaserie „The Cape“ (45 Minuten) orientiert sich an der Figur von „Batman“: Die Hauptfigur Vince Faraday war bislang Cop in der fiktiven Stadt Palm City. Nachdem er zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird und scheinbar zu Tode kommt, wird er von einem Zirkusleiter gerettet und zum Superhelden ausgebildet. Ohne echte Superkräfte aber mit einem speziellen Umhang ausgestattet, nimmt „The Cape“ das Recht ihn seine Hände und beginnt eine einsame Jagd auf die Korrupten der Stadt und auf diejenigen, die ihn seiner Familie entrissen haben.
Den Powells aus der Comedy-Serie „No ordinary family“ (45 Minuten) ergeht’s dagegen eher wie Spiderman: Nachdem sie im phosphoriszierenden Amazonas verunfallt sind, entwickeln sie plötzlich Superkräfte. Der Trailer darüber, wie eine Familie die Umstellung auf Superhelden-Familienalltag schafft , schaut auf den ersten Blick origineller aus, als der Batman-Ableger „The Cape“.

Eine Actions-Serie, die für Spannung am Fernsehabend sorgen könnte, ist ein Nachfolgerhybrid aus „24“, „Lost“ und „Flash Forward“. In „The Event“ verschwinden Menschen, u.a. die Verlobte von Sean Walker, der in der Folge auf der Suche nach ebendieser durch einen Sumpf aus Geheimnissen und Verschwörungen taumelt, die selbst den Präsidenten Martinez nicht unberührt lassen. Der Plot ist nicht viel versprechender, als die der anderen bei den Upfronts präsentierten Actions-Serien (z.B. Agenten-Ehepaar „Undercovers“, Crime-Drama-Remake „Hawaii 5-0“), aber immerhin ist der Trailer von „The Event“ visuell ansprechend.

Enhanced by Zemanta

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bookmark and Share

Enter your email address to subscribe to this blog and receive notifications of new posts by email.

Fun